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Risiko Hautkrebs
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Warum die Zahlen steigen

Die Zahl der Hautkrebserkrankungen in Deutschland ist drastisch gestiegen: um 75 Prozent innerhalb von 20 Jahren. Die Gründe schildert die Dermatologin Professor Dr. Carola Berking. Und sie erklärt, wie Prävention richtig geht.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 27.06.2023  11:00 Uhr

Erste Daten zu mRNA-Impfstoffen bei Hautkrebs

Eine weitere Therapieoption könnten in Zukunft mRNA-Impfungen darstellen, sagt Berking. Sowohl der mRNA-Impfstoffhersteller Moderna aus den USA als auch das deutsche Unternehmen Biontech arbeiten an entsprechenden Präparaten zur Behandlung von Melanomen. Erst vor Kurzem hatte Moderna Phase-II-Daten zu seinem Kandidaten mRNA-4157/V940 präsentiert, der zusammen mit dem PD-1-Inhibitor Pembrolizumab verabreicht wurde. Die in dem Impfstoff enthaltene mRNA ist individualisiert und kodiert für eine Reihe von Neoantigenen, die im Tumor des individuellen Patienten nachgewiesen wurden. Der Impfstoff soll das Immunsystem auf den Tumor ansetzen, der PD-1-Inhibitor soll die Immunantwort unterstützen.

»Die Daten waren das Highlight auf dem diesjährigen ASCO, die weltweit größte Onkologen-Tagung in den USA«, berichtet Berking. Die Kombination der personalisierten Vakzine mit der Immuntherapie ergab einen zusätzlichen Vorteil im Vergleich zur Monotherapie mit dem PD-1-Hemmer. »Das ist das erste Mal, dass eine randomisierte Studie hier Vorteile gezeigt hat.« Mit einer Zulassung sei zu rechnen, wenn die Daten der Phase-III-Studie ebenfalls positiv ausfielen.

Biontech hat ebenfalls eine personalisierte mRNA-Vakzine (BNT111) in der Entwicklung, die zusammen mit dem Checkpoint-Inhibitor Cemiplimab in Phase II getestet wird. Das Positive an dem Ansatz generell sei, dass die Toxizität der Behandlung durch die Hinzunahme des mRNA-Impfstoffs nicht gesteigert würde, so Berking.

So geht Hautkrebsprävention

Der starke Anstieg der Hautkrebszahlen zeigt auch, dass die Prävention noch verstärkt werden kann. »Die oberste Regel hierbei ist, Sonnenbrand zu vermeiden«, betont die Ärztin. Die Haut sollte nach Sonnenexposition nicht rot werden – egal zu welcher Jahreszeit. Insgesamt sei bewusstes Sonnenbaden nicht zu empfehlen. An sonnigen Tagen sollte man sich zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die Sonne am höchsten steht, nicht in der Sonne aufhalten. Wenn man dies aber doch tun müsse, dann sollte die Haut durch Kleidung und Hut bedeckt werden und die unbedeckten Stellen mit einem Sonnenschutzpräparat mit Lichtschutzfaktor 50+ eingecremt werden. »Hier sollte genügend Creme benutzt werden und auch ab und zu nachgecremt werden«, rät die Expertin. Wenn möglich, sollten Schattenplätze aufgesucht werden, wobei auch hier zu beachten ist, dass die Strahlenbelastung hier zwar verringert, aber nicht null sei. »Unter dem Sonnenschirm am Strand bekommen wir trotzdem noch bis zu 30 Prozent der UV-Strahlung auf die Haut.«

Aber selbst gut aufgeklärte Menschen hätten häufig gar nicht die Möglichkeit, sich zu schützen, weil an öffentlichen Plätzen wie Freibädern oder Sportplätzen Schattenspender fehlten. »Unser Appell ist daher an die Politik und Städteplaner, mehr Schattenplätze zu schaffen.« Das Problem wird sich durch den Klimawandel noch verschärfen, denn die Zahl der Sonnenstunden steigt. Es wäre daher wünschenswert, wenn über eine häufigere Publikation des UV-Index in Zeitungen, im Wetterbericht oder auch an Tafeln am Strand noch verstärkt für die UV-Problematik sensibilisiert würde.

Die Verhaltensprävention habe sich aber insgesamt gut durchgesetzt. So sei in vielen Ländern, auch in Deutschland, der Schutz der Kinder vor der Sonne inzwischen normal geworden.

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