Kritik kam vor allem dazu aus der Opposition: Die Grünen-Apothekenberichterstatterin Paula Piechotta erkennt, dass auch bei den Apotheken die Schere immer weiter aufgeht: Die großen würden immer größer und reicher, die kleinen immer schwächer. Pauschal das Honorar für alle zu erhöhen, trage nicht zu einer Apothekenstärkung bei, so Piechotta.
Dabei sei der Frust der Verbände verständlich, weil das erhöhte Honorar ihnen versprochen wurde. Es sei aber ein Wahlkampfversprechen, das nach der Wahl »eingesammelt« worden sei – so wie viele andere auch. Höhere Krankenkassenbeiträge seien nicht hinzunehmen, damit Apotheken noch mehr Geld bekommen, findet die Grüne. Diese Forderung könne man in den heutigen Zeiten nicht halten. Sie wünschte den am Verfahren Beteiligten »ein starkes Rückgrat«. Derzeit sei nicht zu vermitteln«, wenn »ohne Sinne und Verstand Milliarden aus dem Fenster geworfen« würden, die die Gesundheitsversorgung nicht besser machten.
Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD, hielt dagegen: Viele Apotheken stünden wirtschaftlich unter massivem Druck. Er benannte steigende Personal- und Energiekosten, Fachkräftemangel, zunehmende Bürokratie. »Wenn wir das flächendeckende Netz erhalten wollen, müssen wir daher jetzt handeln.«
Das Fixum sei dabei ein zentraler Punkt. »Ich sage klar und unmissverständlich, die SPD steht zu der im Koalitionsvertrag vereinbarten Erhöhung. Zusagen gelten«, so Pantazis. »Das Fixum ist das wirtschaftliche Fundament der Vor-Ort-Apotheke. Wer die reale Kostenentwicklung ignoriert, gefährdet am Ende die Versorgungssicherheit.« Gleichzeitig müsse man die Kassenfinanzen im Blick behalten und ein tragfähiges Gesamtkonzept zur Stabilisierung der GKV-Finanzen vorlegen, das sei seriöse Gesundheitspolitik.
Thomas Dietz von der AfD hat noch Zweifel. Darauf, dass das Fixum per Verordnung geregelt werden solle, sei er »sehr gespannt«. Da könnten sich die Bürokraten »austoben mit Ausnahmen«, meinte Dietz. Der AfD-Abgeordnete machte zudem eine Randbemerkung zur für den 4. März vorgesehenen Sitzung des Gesundheitsausschusses. Hierfür war die Vorsitzende der Freien Apothekerschaft (FA), Daniela Hänel, von der AfD-Fraktion als Sachverständige benannt worden, hatte zuletzt ihre Teilnahme aber abgesagt. Dies sei einer »Empörungswelle« zuzuschreiben, der Hänel nach Bekanntwerden der Liste ausgesetzt gewesen sei, meinte Dietz und nannte die Entwicklung ein »Alarmzeichen für die Demokratie«.