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Darmkrebs-Früherkennung

Wann steht die zweite Darmspiegelung an?

Verläuft eine Koloskopie zur Darmkrebsfrüherkennung ohne Befund, wird eine zweite Untersuchung nach zehn Jahren empfohlen. Diese Zehnjahresregel ist in der Regel sinnvoll, zeigt eine aktuelle Metaanalyse von Forschern des Deutschen Krebsforschungszentrums.
Christina Hohmann-Jeddi
20.11.2019  09:00 Uhr

Zur Früherkennung von Darmkrebs wird Männern ab dem Alter von 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren eine Koloskopie angeboten. Sie ist zuverlässiger als der Stuhltest und Krebsvorstufen können sofort entfernt werden, informiert das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in einer Mitteilung. Wird bei einer ersten Darmspiegelung kein auffälliger Befund entdeckt, so empfehlen die Leitlinien zur Darmkrebsprävention eine zweite Untersuchung nach einer Frist von zehn Jahren.

Dieses Zehn-Jahres-Intervall wurde bislang allerdings im Wesentlichen durch Beobachtungen der Wachstumsraten von Darmkrebs-Vorstufen oder anhand von Abgleichen mit Krebsregisterdaten ermittelt. »«Was bislang fehlte, war eine systematische Untersuchung der Entdeckungsraten relevanter Befunde bei der Folgekoloskopie, um zu ermitteln, nach welchem Zeitraum zu einer Folgeuntersuchung geraten werden sollte", sagt Professor Dr. Hermann Brenner vom DKFZ.

Daher wertete das Team um Thomas Heißer nun für ihre Metaanalyse die Ergebnisse von 28 Studien aus, die ein Auftreten von Darm-Läsionen ein bis fünf Jahre (17 Studien), fünf bis zehn Jahre (16 Studien) sowie zehn und mehr Jahre (drei Studien) nach der Erstkoloskopie ermittelt hatten. Es zeigte sich, dass bei 20,7 Prozent aller Untersuchten, deren Erstkoloskopie ein bis fünf Jahre zurücklag, bei der Zweituntersuchung Läsionen entdeckt wurde. Waren fünf bis zehn Jahre seit der Erstuntersuchung vergangen, lag die Entdeckungsrate bei 23 Prozent, nach über zehn Jahren bei 21,9 Prozent. »Die vergleichsweise hohe Rate kleinerer Gewebeveränderungen, die nur wenige Jahre nach der ersten Koloskopie gefunden wurden, lässt sich wahrscheinlich großenteils dadurch erklären, dass bei der Erstuntersuchung noch sehr kleine Veränderungen nicht entdeckt oder entfernt wurden«, sagt Brenner laut Mitteilung des DKFZ. »Dafür spricht auch, dass diese Rate im darauffolgenden Intervall kaum weiter ansteigt.«

Betrachteten die Wissenschaftler dagegen nur die für die Prävention deutlich wichtigeren fortgeschrittenen Vorstufen, so lagen die Entdeckungsraten bei 2,8 Prozent nach ein bis fünf Jahren, 3,2 Prozent nach fünf bis zehn Jahren und 7 Prozent bei über zehn Jahren. Die Rate bleibt somit bis zu zehn Jahre nach der Erstuntersuchung auf einem nahezu gleichbleibend niedrigen Niveau. Das bedeutet, dass bei einer Folgekoloskopie in den ersten zehn Jahren nach einer unauffälligen Darmspiegelung nur sehr selten relevante Befunde gefunden würden, folgern die Forscher. Es sei daher sinnvoll, nur in besonderen Fällen, zum Beispiel bei erhöhtem Risiko aufgrund einer familiären Vorbelastung, zu einer früheren Folgeuntersuchung zu raten.

Für Aussagen darüber, ob bei Menschen ohne bekannte besondere Risiken die zweite Darmspiegelung möglicherweise noch weiter als zehn Jahre aufgeschoben werden kann, ist nach Ansicht der Autoren die Datenlage noch zu dünn.

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