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ABDA-Präsident zum Tag der Apotheke
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»Von Apotheken lernen, heißt siegen lernen«

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt zeigte sich zufrieden mit der Leistung der Apotheken, aber auch mit der entsprechenden Gesundheitspolitik während der Coronavirus-Krise. Trotzdem pochte er auf gesetzliche Nachbesserungen.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 04.06.2020  14:46 Uhr

Politische Forderungen

Konkret fordert Schmidt drei politische Maßnahmen: Erstens pocht er auf die Einbringung des seit einem Jahr vorliegenden Kabinettsentwurf eines Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetzes (VOASG) in den parlamentarischen Prozess. Als wichtigen Teil dessen sieht er die Notwendigkeit von einheitlichen Abgabepreisen für verschreibungspflichtige Medikamente. Er erinnerte dabei an das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Oktober 2016, dass sich ausländische Versandapotheken hierzulande nicht mehr an die Preisbindung für rezeptpflichtige Arzneimittel halten müssen.

Zweitens begrüßte Schmidt das Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG), dass bereits im Bundestag angekommen ist. »Was wir jetzt noch haben wollen, ist zusätzlich zu diesem rechtlichen Schutzrahmen auch noch einen technischen Schutzrahmen«, forderte er. Diese Umsetzung sei wichtig, um einen einheitlichen, von Fremdeinflüssen freigestellten Betriebsweg des E-Rezepts zu ermöglichen.

Die dritte politische Forderung bezieht sich insbesondere auf die Botendienstregelung, aber auch auf kleinere Entbürokratisierungsmaßnahmen. »Ich wünsche mir, dass wir aus der Pandemie erste Lektionen lernen und möglichst viel von dem, was wir erreichen konnten, auch in die Regelversorgung hinüberschieben können«, sagte Schmidt. Die schnell umgesetzten, befristeten Eilverordnungen müssen jetzt entfristet werden, so der ABDA-Präsident.

Die entsprechenden Maßnahmen sollen dem Apothekenpersonal mehr Zeit für die Patientenversorgung einräumen. Gerade während der Coronavirus-Krise habe sich gezeigt, dass die Menschen die Apotheker vor Ort häufig konsultierten. »Wir Apotheker können die Diskussion versachlichen, Expertise einbringen und eine Vorbildwirkung entfalten, wie sich die Menschen im Rahmen der Lockerungen zu verhalten haben«, betonte Schmidt. Auf ein altes Sprichwort bezogen schmunzelte er: »Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen, das hat nicht geklappt, aber von Apotheken lernen, heißt siegen lernen. Das kann das Gesundheitswesen tatsächlich tun«.

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