| Jennifer Evans |
| 13.01.2026 18:00 Uhr |
In seiner Beurteilung stellt Professor Dr. Klaus Überla, Direktor des Harald-zur-Hausen-Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Erlangen, noch einen weiteren Aspekt heraus: Viele anfänglich skeptische Menschen änderten ihre Meinung, wenn sie neue, verlässliche Informationen erhielten. Seiner Auffassung nach ist das ein Hinweis auf die Bedeutung guter Kommunikation.
Für zukünftige Kampagnen plädiert er daher für klarere, präzisere Kommunikation, die wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich vermittelt und damit Vertrauen stärkt. Fehler in der öffentlichen Darstellung, was die Wirksamkeit und Sicherheit der Corona‑Impfstoffe anging, habe die Debatte seinerzeit unnötig polarisiert und Vertrauen gekostet, resümiert er.
In diesem Zusammenhang weist Dr. Sarah Eitze, Mitglied am Institute for Planetary Health Behaviour (IPB) der Universität Erfurt, darauf hin, dass Impfkommunikation ohne moralischen Druck geschehen sollte. Als besonders wirksam habe sich ein transparenter, kontinuierlicher und evidenzbasierter Ansatz erwiesen, um Informationslücken zu schließen, betonte sie. »Wissenschaft sollte verständlich erklären, was man weiß – und auch, was man noch nicht weiß.«
Die Studie macht laut Eitze ebenfalls deutlich, dass nicht jede Form von Impfskepsis gleich funktioniert. Während sich Informationsunsicherheit oft gut adressieren lasse, seien tief verankerte Ablehnungshaltungen schwerer zu erreichen, gibt sie zu bedenken. Als eine Lösung sieht sie beispielsweise Co-kreative Ansätze, also Formate, in denen Betroffene selbst an der Gestaltung von Botschaften beteiligt sind. In ihren Augen könne dies helfen, Barrieren ab- und Vertrauen aufzubauen.
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