Seit Mitte März 2025 existiert der Gesetzesentwurf der EU-Kommission zum »Critical Medicines Act« (CMA), der unter anderem darauf abzielt, Versorgungsengpässe bei wichtigen Arzneimitteln wie Antibiotika, Insulin und Schmerzmitteln zu beheben. / © Imago Images/photothek
Gestern hat sich das EU-Parlament auf eine gemeinsame Haltung gegen Versorgungsengpässe verständigt und ist nun bereit, die Trilog-Verhandlungen mit der EU-Kommission und dem EU-Rat über die endgültige Fassung des »Critical Medicines Act« (CMA) aufzunehmen.
Laut dem Verband Pro Generika weist die verabschiedete Position in die richtige Richtung: »Wer Lieferengpässe ernsthaft bekämpfen will, muss weg vom Hauptsache-billig-Prinzip und hin zu verbindlichen Kriterien, die mehr Liefersicherheit versprechen. Versorgungssicherheit darf nicht am Zwang zum niedrigsten Preis scheitern. Resilienz und Zuverlässigkeit müssen künftig systematisch berücksichtigt werden«, kommentierte der Geschäftsführer von Pro Generika, Bork Bretthauer.
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) betonte, dass der CMA relevante Schwachstellen der europäischen Arzneimittelversorgung adressiere. »Jetzt kommt es darauf an, ob er zu einem echten industriepolitischen Hebel wird oder hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Wir unterstützten ausdrücklich das Ziel, die Versorgung mit kritischen Arzneimitteln in Europa zu sichern«, sagte Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des BPI.
Der BPI machte zudem deutlich: Wer die Versorgung der europäischen Bürgerinnen und Bürger mit kritischen Arzneimitteln sichern will, müsse vor allem ein nachhaltiges Investitionsumfeld schaffen. »Standortattraktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Planungssicherheit für pharmazeutische Unternehmen sind dabei wesentliche Faktoren – sie gehören ins Zentrum des Critical Medicines Act«, so Joachimsen weiter. Versorgungssicherheit in Europa entstehe nicht allein durch neue Gesetze und zusätzliche Regulierung setze keine neuen Kapazitäten bei Arzneimittelherstellern frei. »Europa muss insgesamt als Forschungs-, Entwicklungs-, Produktions- und Investitionsstandort attraktiver werden – gerade im globalen Wettbewerb.«