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Versender verlieren Rx-Anteile

Die Apotheken konnten hierzulande in den ersten drei Quartalen des Jahres ein Umsatzplus verzeichnen. Das hat das Marktforschungsunternehmen IQVIA analysiert. Bei den Versandhändlern sah es im Bereich Rx allerdings weniger rosig aus: Ihr Umsatz mit diesen Präparaten war rückläufig.
Anna Pannen
19.11.2018
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Apotheken in Deutschland haben in den ersten neun Monaten 2018 rund 5 Prozent mehr Umsatz mit Arzneimitteln gemacht als im Vorjahreszeitraum. Das hat IQVIA in einer Marktanalyse herausgefunden. Der Absatz nach Packungen nahm demnach nur um 1 Prozent zu. Insgesamt gaben Apotheker 1,2 Milliarden Packungen für 26,5 Milliarden Euro an Patienten ab. Der Umsatz mit Rx-Medikamenten ist mit 5 Prozent (auf 23 Milliarden Euro) stärker gewachsen als der mit OTC (plus 4 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro).

Wenig überraschend waren Umsatz und Absatz durch die Erkältungssaison zwischen Januar und März und dann wieder im September höher als in den Sommermonaten. Im September 2018 gaben die Apotheker allerdings 5 Prozent weniger Packungen ab als im September 2017. Die Zahlen für den Rest der Herbst- und Wintersaison bleiben abzuwarten.

Die nach Menge führenden Arzneimittelgruppen waren in den ersten drei Quartalen Analgetika und Rhinologika, letztere verzeichneten gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 3,6 Prozent. Die umsatzstärksten Mittel waren TNF-α-Inhibitoren, Proteinkinase-Inhibitoren, Präparate gegen Multiple Sklerose (MS), Faktor-Xa-Inhibitoren und Monoklonale Antikörper. Außer den MS-Mitteln nahmen sie alle an Umsatz und Absatz zu. Bei Letzteren war der Absatz um 1 Prozent rückläufig.

Der Apotheken-Versandhandel verzeichnete zwischen Januar und September ein Umsatzplus von 6 Prozent auf 899 Millionen Euro. Dabei nahm der Umsatz mit OTC mit 8 Prozent zu, während der Umsatz mit Rx-Präparaten rückläufig war (minus 1 Prozent). 94 Millionen Packungen versandten die Onlinehändler in den drei Quartalen an Patienten. Führend unter den bestellten Präparaten waren topische Schnupfenmittel (plus 12 Prozent), Produkte gegen trockene Augen (plus 10 Prozent) sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel (plus 9 Prozent). Während die Zahl der durch Versandapotheken abgegebenen Packungen im Bereich OTC um 6 Prozent zulegte, stagnierte sie bei den Rx-Präparaten auf Vorjahresniveau.

Die Krankenkassen haben der IQVIA-Auswertung zufolge in den ersten drei Jahresquartalen 29,5 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben. Das sind 1,2 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. 40 Prozent der Kosten entfielen auf neue, innovative Krebstherapien, 18 Prozent auf Medikamente zur Schlaganfallprophylaxe. Durch Herstellerabschläge sparten die Kassen 2,9 Milliarden Euro ein (plus 22 Prozent), durch den Apothekenabschlag von 1,77 Euro auf rezeptpflichtige Medikamente waren es 845 Millionen Euro: exakt so viel wie in den ersten drei Quartalen 2017. /

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