Pharmazeutische Zeitung online
VZA

Transparenz ja, Bürokratie nein

Der Verband Zytostatika herstellender Apotheker (VZA) begrüßt angesichts des Bottroper Zytostatika-Skandals die angekündigten Transparenzmaßnahmen des NRW-Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU). Jedoch warnt der Verband vor zu viel Bürokratie.
Jennifer Evans
22.10.2018
Datenschutz bei der PZ

»Für die Apotheken, die sorgfältig und gewissenhaft arbeiten, ist das überhaupt kein Problem«, sagte VZA-Präsident Klaus Peterseim. In Zukunft sollen die Apotheken in Nordrhein-Westfalen jährlich unangemeldet kontrolliert werden, nachdem ein Bottroper Apotheker Medikamente für tausende Krebspatienten gestreckt hatte. Zum Teil enthielten die Präparate danach kaum noch Wirkstoffe.

Die entsprechenden Kontrollen haben dem VZA zufolge inzwischen bereits landesweit stattgefunden, einschließlich einer analytischen und mikrobiologischen Überprüfung der Qualität der hergestellten Produkte. Das Vertrauen in das Versorgungssystem zu erhalten und zu stärken sei im Interesse aller Beteiligten, betonte der VZA-Präsident.

Allerdings warnt der Verband vor unnötigen Auflagen wie etwa dem verpflichtenden Einbau eines Partikelzählgeräts bei der Herstellung parenteraler Zubereitungen. Seiner Ansicht nach garantiert ein solcher Mehraufwand nicht mehr Sicherheit. Womöglich führe dies sogar zu einer Verzögerung zeitkritischer, hochintensiver Therapien. Auch könnte eine Überbürokratisierung den Fachkräftemangel noch verschärfen. Peterseim hat vor allem Sorge, dass am Ende die flächendeckende Versorgung mit sterilen Rezepturen zerstört wird.

Foto: Fotolia/contrastwerkstatt

Mehr von Avoxa