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Sozialverhalten ist politisch
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Teilen ja – aber nicht mit jedem

Menschen sind gerne bereit, ihr Hab und Gut mit anderen zu teilen – aber nicht mit jedem. Entscheidend ist, wie ähnlich sie Menschen anderer Nationen wahrnehmen und ob es Konflikte mit dem eigenen Land gibt.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 15.05.2026  08:00 Uhr

Kooperation hat ihre Grenzen, wie eine Studie der Universität zu Köln gezeigt hat. In dem Experiment mit 6182 Personen aus 25 Nationen, mit dem die Forschenden Prosozialität untersuchen wollten, erhielten die Teilnehmenden 150 fiktive Taler. Sie sollten entscheiden, wie viele sie davon einer Person aus einem bestimmten Land abgeben wollten. Fast 90 Prozent teilten mehr mit Menschen aus dem eigenen Land als mit Personen aus anderen Nationen.

Zudem teilten die Probandinnen und Porbanden mehr mit Menschen aus kulturell ähnlichen Ländern, während sie Personen aus Ländern, mit denen die eigene Heimat gegenwärtig oder in der Vergangenheit Konflikte hatte, weniger großzügig bedachten. Menschen aus wohlhabenderen Ländern teilten mehr mit Menschen aus weniger wohlhabenden Nationen. Laut Autorenteam könnte dies auf das Bedürfnis hindeuten, Ungleichheit zu verringern.

Zudem zeigten die Teilnehmenden eher gegenüber jenen Menschen eine altruistische Haltung, die sie als ihnen ähnlich empfanden. Auch der Wohlstand und die institutionelle Stabilität des eigenen Landes beeinflussten ihre Bereitschaft zu geben, wie die in der Fachzeitschrift »PNAS Nexus« veröffentlichte Studie ergab.

Konflikte hallen nach

Besonders großzügig waren die Geldverteiler gegenüber Personen aus Ghana und Kenia, während sie mit Menschen aus den USA und China am wenigsten teilten. Die Prosozialität der Menschen spiegelt laut dem Autorenteam sowohl kooperative als auch konflikthafte Dimensionen internationaler Beziehungen wider und korreliert unter anderem mit dem Abstimmungsverhalten in der UN-Generalversammlung.

Die Forschenden schließen daraus, dass internationale Zusammenarbeit nicht nur institutionelle, sondern auch psychologische Herausforderungen birgt. Wahrnehmungen von Ähnlichkeit, Rivalität oder Vertrauen beeinflussen demnach, wie Menschen anderen Nationen begegnen – und können damit politische Kooperationen, etwa im Hinblick auf Klimawandel oder Migration, erleichtern oder erschweren.

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