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Abschlussfeier an der LMU
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Strahlende Gesichter im Audimax

Krönender Abschluss: Bei der akademischen Abschlussfeier des Departments für Pharmazie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München erhielten Pharmazie-Absolventen ein Glückwunschschreiben und etliche zudem eine Auszeichnung für besondere Leistungen.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 03.08.2026  08:00 Uhr

Festvortrag zu mRNA-Arzneimitteln

Im Festvortrag gab Privatdozent Dr. Carsten Rudolph, Mitbegründer und Chief Executive Officer (CEO) des Biotechnologieunternehmens Ethris in Planegg einen Einblick in die Weiterentwicklung der mRNA-Technologie. Diese hatte in der Coronapandemie die rasche Bereitstellung passgenauer mRNA-Impfstoffe ermöglicht. 

»Die mRNA-Impfstoffe der ersten Generation haben die Prävention von Infektionskrankheiten grundlegend verändert, aber sie sind nur ein erster Schritt«, sagte Rudolph. Sein Unternehmen arbeite an einer neuen Generation von mRNA-Impfstoffen und -Arzneimitteln: einer mRNA 2.0. Es sei ein breites Einsatzgebiet für mRNA denkbar, zum Beispiel die Bildung von Antikörpern, Enzym- und Proteinersatz, Genome Editing oder die Immunzell-Programmierung.

Rudolph stellte eigene Forschungen mit ETH47 vor. Diese mRNA kodiere für INF-λ und funktioniere virusunabhängig. Warum ist das wichtig? Bei Asthma- und COPD-Patienten sind Attacken und Exazerbationen oft assoziiert mit diversen Virusinfektionen. Die IFN-λ-Konzentration korreliere invers mit der Schwere der Symptome.

ETH47 wird nasal verabreicht und in vivo translatiert zu IFN-λ. In Mäusen werde das Protein in der Lunge produziert und könne die Todesrate an Influenza senken, berichtete der Forscher. Bei Frettchen könne das Medikament Fieber nach einer Influenza-A-Infektion verhindern. Phase-I-Studien hätten gezeigt, dass es bis zur höchsten Dosis sicher sei und weder Fieber noch einen Zytokinanstieg auslöse. »Das war ein großer Erfolg.«

In einer Phase-II-Studie wurden 50 Asthmapatienten gezielt mit Rhinoviren infiziert. Eine sehr hohe Virusreplikation, wie in der Placebogruppe beobachtet, blieb bei Vorbehandlung mit ETH47 aus.

Die Firma Ethris entwickle gemeinsam mit dem europäischen NOFLU-Konsortium nun neuartige, nasal applizierte mRNA-Impfstoffe gegen pandemische Influenza, erklärte Rudolph. Das Vorhaben werde mit 13 Millionen Euro gefördert. Ethris steuere die selbst entwickelte, grundlegende Technologie einer stabilisierten, nicht immunogenen mRNA bei.

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