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»NYT«-Bericht
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Stoppt Janssen die Covid-19-Impfstoffproduktion?

Laut einem aktuellen Bericht der »New York Times« hat Janssen (Johnson & Johnson) seine Covid-19-Impfstoffproduktion im niederländischen Leiden gestoppt. Allerdings habe das Unternehmen noch Millionen Dosen auf Lager und sieht seine Lieferverträge nicht gefährdet. Auf Nachfrage der PZ erklärte das Unternehmen zudem, dass die Impfstoff-Produktion derzeit weiterläuft.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 09.02.2022  16:20 Uhr

Janssen-Sprecher widerspricht NYT

Auf die Frage, ob Janssen tatsächlich die Produktion der Covid-19-Impfstoffe eingestellt hat, erklärte der Sprecher gegenüber der PZ: »Unser Netzwerk ist Tag und Nacht im Einsatz, um die weltweite Pandemie zu bekämpfen, und Johnson & Johnson stellt allen unseren Abfüll- und Endbearbeitungsstandorten, einschließlich Aspen Pharmacare (Südafrika), weiterhin Wirkstoffe zur Herstellung unseres Impfstoffs Covid-19 zur Verfügung.« Der Sprecher betonte weiter, dass Johnson & Johnson seinen Covid-19-Impfstoff »weiterhin rund um die Uhr und weltweit« herstelle. Auf die Nachfrage, ob das auch für das Werk in Leiden gelte, antwortete er, dass das Unternehmen über die jeweiligen Produktionsaktivitäten an den einzelnen Standorten keine detaillierte Auskunft geben könne. »Der Standort wird auch im Jahr 2022 eine Rolle in unserer Impfstoffproduktion spielen«, heißt es zudem etwas vage über das Werk in Leiden.

Damit bleibt allerdings offen, ob das Unternehmen die Formulierung, also die tatsächliche Produktion des Impfstoffs weiterhin vornimmt oder ob lediglich vorproduzierter Wirkstoff in Partner-Unternehmen abgefüllt und abgepackt wird. Der Sprecher sieht künftige Impfstofflieferungen nicht in Gefahr: »Derzeit haben wir Millionen von Dosen unseres Covid-19-Impfstoffs auf Lager« und »wir erfüllen weiterhin unsere vertraglichen Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Covax-Fazilität und der Afrikanischen Union«. Allerdings hat das Unternehmen laut NYT im vergangenen Jahr schon nicht die geplanten Impfdosen ausgeliefert. So habe das Unternehmen versprochen bis zu 200 Millionen Impfstoffdosen bis Ende 2021 an Covax zu liefern, allerdings seien laut NYT bis Januar 2022 dort lediglich etwas mehr als vier Millionen Dosen angekommen. Über Impfstoffspenden durch reiche Länder, wie auch durch Deutschland, seien diese fehlenden Impfdosen etwas ausgeglichen worden. Deutschland hat etwa im vierten Quartal 2021 rund 26,6 Millionen Dosen der Janssen-Vakzine über die Covax-Initiative gespendet.

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