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Spahn wirbt für Digitalisierung

Online-Sprechstunden und medizinische Apps werden nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Versorgung der Patienten in Deutschland umkrempeln. »Das wird ein positiver Unterschied sein«, sagte Spahn am Donnerstag vor Ärztevertretern in Berlin.
dpa
17.10.2019  15:00 Uhr
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Als Beispiel für Telemedizin nannte Spahn die Situation, »wenn der Arzt, der morgens um sechs in Lübeck sagt, ich habe gerade Zeit, bevor ich die Kinder zur Schule bringe, ein, zwei Stunden ärztliches Angebot zu machen, und jemand in München gerade morgens um sechs den Bedarf hat zum ärztlichen Gespräch«. Der Deutsche Ärztetag hatte 2018 den Weg für Telemedizin geebnet, indem er das Fernbehandlungsverbot lockerte. Zuvor durften Ärzte ihnen unbekannte Patienten nur persönlich beraten.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, mahnte, der Großteil der Patienten sei nicht in der digitalen Welt aufgewachsen. »Wir müssen Vertrauen dafür schaffen.« Gegen Bedenken aus der Ärzteschaft warb Spahn eindringlich dafür, mit den digitalen Anwendungen schnell zu beginnen, sodass Deutschland in diesem Bereich nicht abgehängt werde. So sei es zum Beispiel besser, dass bei einer Medizin-App, die mit einer Insulinpumpe verbunden ist, nach offiziellen Regeln geprüft werde, welcher Algorithmus dahintersteckt, als dass sich ein Wildwest bei Gesundheits-Apps weiter ausbreite.

Bei der geplanten elektronischen Patientenakte sei es zentral, dass sie nun eingeführt werde, sagte Spahn. Perfekt werde sie nicht von Anfang an sein, aber von 2021 an müsse es »im Alltag spürbare Unterschiede« dadurch geben. Für elektronische Patientenakten, die alle Versicherten vom 1. Januar 2021 an zur freiwilligen Nutzung angeboten bekommen sollen, ist eine abgespeckte erste Version vorgesehen.

 

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