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Gematik-Papier
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So lassen sich E-Rezepte mit der EGK abrufen

Es gibt mehrere Wege, wie ein Patient sein E-Rezept in der Apotheke einlösen kann. Unklar war bislang, wie das Prozedere mit der elektronischen Gesundheitskarte (EGK) laufen soll. Ein neues Dokument der Gematik stellt das nun klar. Ob und wann diese Lösung in der Offizin landet, bleibt abzuwarten. Denn es steht noch ein Rechtsgutachten aus. Das hatte das BMG in Auftrag gegeben, nachdem die Versender Bedenken hinsichtlich der EGK-Nutzung hatten.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 22.07.2022  10:30 Uhr

Keine Mehrkosten für Apotheken

Geplant ist, dass die EGK-Variante an die bestehende Infrastruktur der Anwendungen E-Rezept und Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) sowie die Anbindung der Apotheken an die Telematik-Infrastruktur (TI) andockt. Dabei sollen für die Apotheke laut Entwurf keine Mehrkosten entstehen. Und auch zeitlich soll der Abruf genauso schnell funktionieren, wie über die App oder den Scan des Rezeptcodes vom Ausdruck.

Die Gematik geht davon aus, dass kurzfristig rund 40 Prozent und langfristig etwa 70 Prozent der ausgestellten E-Rezepte durch den direkten Abruf mit der EGK in der Apotheke dispensiert werden könnten. Bei den Angaben beruft sie sich auf aktuelle Schätzungen.

Vorgesehen ist ebenfalls, die Daten in der App automatisch zu aktualisieren, sobald eine Apotheke das E-Rezept über die EGK abgerufen hat. »Als Patient möchte ich, dass sich die Statusänderungen in meiner App auch dann aktualisieren, wenn ich die EGK zum Einlösen verwendet habe, so dass ich immer auf dem neuesten Stand bleibe«, heißt es in dem Papier. Für Krankenhausapotheken ist der Prozess übrigens nicht vorgesehen.

Rechtsgutachten steht noch aus

Ob und wann die EKG als Transportmedium in der Offizin landet, steht allerdings in den Sternen. Denn nicht nur der Gematik-Entwurf ist noch in der Abstimmung, sondern es steht auch noch ein Rechtsgutachten aus dem BMG aus. Weil die EU-Versender bezüglich der EGK-Nutzung rechtliche Bedenken angemeldet hatten, gab das Ministerium ein Gutachten in Auftrag. Im Kern befürchteten Doc Morris, Shop Apotheke und Co. Nachteile für ihr Geschäft, weil diese Lösung in ihren Augen eine Schieflage im Marktzugang schafft. Nach PZ-Informationen liegen die Ergebnisse des Gutachtens zwar vor, sind aber noch nicht veröffentlicht.

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