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Kampagnen-Schwerpunkte
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So kommuniziert die ABDA

Immer wieder hinterfragen Apotheker die Kommunikationsstrategien der ABDA. Warum, was, wie, wann und an wen kommuniziert wird, erklärte ABDA-Pressesprecher Benjamin Rohrer der Bremer Apothekerschaft. Alle Apotheken sind übrigens am Tag der Apotheke am 7. Juni gefragt.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 29.05.2024  16:20 Uhr

»Die Apothekenstrukturreform ist derzeit der wichtigste Bereich«, erläuterte Rohrer bei der Kammerversammlung der Apothekerkammer Bremen am Montagabend. Nicht zu vernachlässigen seien jedoch auch die Leistungskommunikation (derzeit mit den Schwerpunkten E-Rezept und pharmazeutische Dienstleistungen, pDL) sowie die Nachwuchsgewinnung.

Der Kommunikationschef der ABDA stellte sich den Fragen und der Kritik der Bremer Apothekerinnen und Apotheker – und appellierte an jede einzelne Apotheke, sich selbst zu beteiligen bei den verschiedenen Aktionen. Dazu erläuterte er auch jeweils das Wann und Wie.

»Wenn wir politisch kommunizieren, haben wir vier Ebenen: die politischen Gespräche der ABDA (in der Regel auf Bundesebene), die Aktivitäten der Mitgliedsorganisationen – also Kammern und Verbänden – auf Landesebene, Aktionen in den Apotheken vor Ort und landesweite PR-Kampagnen«, führte Rohrer aus. Sie sollten möglichst aufeinander abgestimmt sein, um einen synergistischen Effekt zu erzielen. Das komplette Gesetzgebungsverfahren zur Apotheken-Strukturreform soll auf diese Weise intensiv begleitet werden. Sobald der Referentenentwurf vorliegt, werde es eine Verbändeanhörung geben. Erst dort könne die ABDA offiziell Stellung nehmen.

Wahlphasen für Gespräche nutzen

Wichtig sei vor allem die Phase, wenn der Gesetzentwurf in erster Lesung im Bundesrat und Bundestag ist. »Lauterbach kann Gesetze vorschlagen, aber nicht machen, denn beschließen muss sie der Bundestag«, betonte Rohrer. Deshalb sei es immens wichtig, dass die Apothekerinnen und Apotheker in möglichst jedem Wahlkreis mit ihren Abgeordneten sprechen. Denn schließlich wollen Politiker in der Regel wiedergewählt werden und sind den Interessen ihres Wahlkreises verpflichtet.

Dazu gibt es zwar Wahlkreisbeauftragte der Apotheken, die sich auf die Bundestagsabgeordneten fokussierten, doch jedes einzelne Politikergespräch, gern mit Hospitation hinter den Kulissen der eigenen Apotheke, helfe. »Eine authentische Darstellung Ihrer Schwierigkeiten, aber auch Lösungskompetenzen, zum Beispiel bei E-Rezept und Lieferengpässen, ist unglaublich wichtig«, betonte Rohrer. Aber auch die anstehende Europawahl und die Kommunalwahlen in einigen Bundesländern seien ein guter Anlass.

Die Apotheken-Strukturreform sei zwar nicht abstimmungspflichtig im Bundesrat, doch dieser wird Stellungnahmen abgeben, die gehört werden müssen. Bei den Ländervertretern habe man eher ein offenes Ohr für die regionale Arzneimittelversorgung, sodass auch hier die Kommunikation wichtig sei.

Ob die Reform noch in diesem Jahr kommt, ist fraglich. Auf jeden Fall solle man die Politiker im eigenen Wahlkreis spätestens nach der nächsten Wahl daran erinnern, welche Zusagen sie womöglich jetzt machen, vor allem wenn jetzt die amtierende Regierung kritisiert wird.

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