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Studie aus Oxford
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Sinusthrombose-Risiko nach Covid-19 höher als nach mRNA-Impfung

Wissenschaftler der Universität Oxford schätzen das Risiko für eine Sinusthrombose nach Covid-19 als deutlich höher als nach einer Covid-19-Impfung mit einer mRNA-Vakzine und etwa 100 Mal höher als in der Allgemeinbevölkerung ein.
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 16.04.2021  14:00 Uhr
Sinusthrombosen unter Vaxzevria häufiger als unter mRNA-Impfstoffen

Sinusthrombosen unter Vaxzevria häufiger als unter mRNA-Impfstoffen

Die Autoren ziehen zudem einen Vergleich mit der Häufigkeit von Sinusthrombosen nach einer Impfung mit dem Vektorimpfstoff Vaxzevria® (ChAdOx1), der Vakzine von Astra-Zeneca und der Universität Oxford. Dazu beziehen sie sich auf die jüngste Schätzung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), wonach die Inzidenz bei 5 pro eine Million Menschen liege. Da die Daten aus unterschiedlichen Quellen stammten, sei ein direkter Vergleich jedoch nur bedingt möglich.

Die Autoren weisen auf weitere Limitationen der Studie hin und betonen, dass alle aufgeführten relativen Risiken mit Vorsicht interpretiert werden sollten. Um mit Sicherheit sagen zu können, dass die untersuchten mRNA-Impfstoffe mit einem erhöhten Sinusthromboserisiko assoziiert seien, wären weitaus größere Stichproben nötig.

»Wir sind zu zwei wichtigen Schlussfolgerungen gekommen. Erstens erhöht Covid-19 das Risiko einer Sinusthrombose deutlich, was die Liste der Blutgerinnungsprobleme, die diese Infektion verursacht, verlängert. Zweitens ist das Covid-19-bedingte Risiko höher als das durch die aktuell verfügbaren Impfstoffe verursachte, selbst bei Personen unter 30 Jahren. Das sollte bei der Abwägung von Risiken und Nutzen einer Impfung berücksichtigt werden«, sagte Studienleiter Professor Dr. Paul J. Harrison von der Universität Oxford dem Nachrichtensender »CBS News«.

Die aktuelle Lage

Laut dem letzten Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts vom 9. April wurden bis zum 2. April in Deutschland sieben Verdachtsfälle von Sinusthrombosen nach Impfung mit Tozinameran (Comirnaty®) gemeldet. Hier seien drei Frauen im Alter von 34 bis 81 Jahren und vier Männer im Alter von 81 bis 86 Jahren betroffen gewesen. In keinem dieser Fälle wurde eine Thrombozytopenie berichtet. Die Zahl der gemeldeten Fälle sei jedoch unter Berücksichtigung der 10.722.876 verimpften Dosen im Vergleich zur gewöhnlich erwarteten Zahl dieser Thrombosen nicht erhöht. Heute erscheint im Laufe des Tages der neue Wochenbericht.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA sowie die EMA untersuchen zudem einen möglichen Zusammenhang zwischen den ungewöhnlichen Thrombosen und dem Vektorimpfstoff von Janssen. Laut US-Arzneimittelbehörde FDA wurden bis zum 12. April in den USA sechs Fälle einer »seltenen und schweren Form von Blutgerinnsel« beobachtet, genauer gesagt Sinusthrombosen im Zusammenhang mit einer Thrombozytopenie. Bislang stuft die FDA diese Ereignisse noch als »extrem selten« ein. So wurden bis zum Impfstopp am 12. April bereits mehr als 6,8 Millionen Dosen von Janssens Covid-19-Impfstoff in den USA verimpft.

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