Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Cabotegravir plus Rilpivirin
-
Sicheres Duo gegen HIV

Langwirksame HIV‑Therapien gewinnen an Bedeutung. Für die alle acht Wochen verabreichte Kombination aus Cabotegravir und Rilpivirin zeigen aktuelle Studiendaten ein überzeugendes Sicherheits‑ und Wirksamkeitsprofil bei Jugendlichen.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 16.01.2026  16:20 Uhr

Seit etwa fünf Jahren steht mit der Kombination aus Cabotegravir und Rilpivirin eine langwirksame Therapieoption für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren mit HIV-1 zur Verfügung, die nach einer Einleitungsphase nur noch zweimonatlich injiziert werden muss. Nun publizierten Forschende aus den USA im Fachjournal »The Lancet HIV« die sekundären Ergebnisse einer Phase I/II-Studie, die über knapp ein Jahr die Sicherheit, Verträglichkeit, Akzeptanz, antivirale Wirksamkeit und Pharmakokinetik dieser Therapie bei Jugendlichen untersucht hat. Dabei schnitt das Wirkstoff-Duo insgesamt gut ab.

Ein Team um Dr. Aditya Gaur vom St Jude Children’s Research Hospital in Memphis in den USA rekrutierte 144 HIV-positive Jugendliche in Botswana, Südafrika, Thailand, Uganda und den USA, die sich mehrheitlich bei der Geburt bei der Mutter angesteckt hatten. Sie waren zwischen 12 und 17 Jahre alt und die Viruslast lag durch vorherige Medikation unter der Nachweisgrenze von 50 Kopien Virus-RNA pro Milliliter. In den ersten vier Wochen tauschten die Jugendlichen ihre bisherige HIV-Medikation zunächst gegen die orale Einnahme von 30 mg Cabotegravir und 25 mg Rilpivirin ein, gefolgt von zwei separaten Injektionen (600 mg Cabotegravir und 900 mg Rilpivirin) in jeweils eine Seite des Gesäßes in Woche 4 und 8. Nach dieser Einleitungsphase erhielten sie alle acht Wochen bis Woche 48 die beiden Spritzen. Die Studie lief von Juli 2021 bis August 2022.

Von den 144 Teilnehmenden erhielten 142 mindestens einmal die Injektionen, 140 schlossen die Studie vollständig ab. Unter den 142 Jugendlichen mit mindestens einer Injektion entwickelte rund ein Drittel (34 Prozent) eine meist milde Reaktion an der Einstichstelle, die innerhalb von sieben Tagen abklang. 43 der 140 Teilnehmenden (38 Prozent), die bis zum Studienende eingeschrieben waren, berichteten Nebenwirkungen, darunter zwei Ereignisse ab Grad 3 (jeweils ein Abszess, der drei Tage beziehungsweise sechs Wochen nach der Injektion auftrat). Zu den häufigsten Nebenwirkungen außerhalb der lokalen Reaktionen gehörten Kopfschmerzen und Hautausschlag (je drei Personen) sowie Übelkeit (zwei Personen). Ein Teilnehmer erlitt einen anaphylaktischen Schock nach einer Injektion.

Bei allen Teilnehmenden blieb die Therapie wirksam. In Woche 48 lag der durchschnittliche Cabotegravir-Spiegel bei 2,77 µg/mL, der von Rilpivirin bei 67,9 ng/mL. Beide Werte überstiegen deutlich die Konzentrationen, die notwendig sind, um 90 Prozent der Virusaktivität zu hemmen (IC90-Wert: 0,166 µg/mL für Cabotegravir, 12 ng/mL für Rilpivirin).

Die 48‑Wochen‑Daten zeigen, dass Jugendliche, die von einer täglichen oralen Therapie auf die alle acht Wochen verabreichten intramuskulären Injektionen wechselten, weiterhin stabil virologisch supprimiert blieben und gute Sicherheits‑ sowie Pharmakokinetik‑Profile aufwiesen.

Mehr von Avoxa