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Multiples Myelom

Selinexor für austherapierte Patienten

Die Europäische Kommission hat Selinexor zur Behandlung des Multiplen Myeloms zugelassen. Eingesetzt werden darf der sogenannte XP01-Inhibitor bei Patienten, deren Tumor gegen die drei gängigen Wirkstoffklassen resistent geworden ist.
Kerstin A. Gräfe
31.03.2021  15:30 Uhr

Selinexor (Nexpovio® von Kayropharm) hat einen neuen Wirkmechanismus. Der Arzneistoff hemmt das Protein Exportin 1 (XPO1), das ein Schlüsselprotein beim Transport von Molekülen aus dem Zellkern ist. Dadurch reichern sich Tumorsuppressor-Proteine wie p53 und p21 im Zellkern der Tumorzellen an und unterdrücken dort entweder deren Fortpflanzungsfähigkeit oder fördern den frühen Zelltod.

Nexpovio kommt als 20-mg-Filmtabletten auf den Markt. Eingesetzt werden soll das neue Präparat bei erwachsenen Patienten mit rezidivierendem und refraktärem Multiplem Myelom (RRMM) in Kombination mit Dexamethason, wenn die Patienten mindestens vier vorherige Therapien erhalten haben und ihre Krankheit gegen mehrere andere Behandlungsformen resistent ist, darunter mindestens zwei Proteasom-Inhibitoren, mindestens zwei immunmodulatorische Mittel und ein monoklonaler Antikörper gegen CD38.

Die Zulassung basiert auf der Phase-IIb-Studie STORM mit 122 Patienten mit RRMM, die mit Selinexor in Kombination mit Dexamethason behandelt wurden. Die Probanden hatten drei bis achtzehn vorherige Behandlungen erhalten und galten als austherapiert. Am Studienende lag die Gesamtansprechrate bei 25,4 Prozent. Darunter waren zwei Patienten mit einer stringenten kompletten Remission. Die mittlere Ansprechzeit betrug 4,4 Monate.

Als häufigste Nebenwirkungen traten Thrombozytopenie, Übelkeit, Müdigkeit, Anämie, verminderter Appetit, Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen, Hyponatriämie, Neutropenie und Leukopenie auf.

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