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PhiP im HV

Selbstmedikation bei Fußpilz

Wichtige Fragen bei der Beratung 

  • Wer leidet unter den Beschwerden? Hier gilt es Risikopatienten wie Diabetiker oder Immunsupprimierte zu identifizieren und von der Selbstmedikation auszuschließen. Auch bei Schwangeren und Kindern ist erhöhte Vorsicht geboten.
  • Wo treten die Beschwerden auf? Nur die interdigitale Form eignet sich zur Selbstmedikation.
  • Wie äußern sich die Beschwerden? Starke Schmerzen und Entzündungszeichen sowie rezidivierende Beschwerden limitieren die Selbstmedikation.
  • Welche Hautmerkmale liegen vor? Bei trockener, schuppiger Haut sind Cremes empfehlenswert. Liegen Mazerationen vor, eignen sich Puder und Lösungen. Gele können starken Juckreiz und Brennen durch ihre kühlende Wirkung lindern.
  • Was haben Sie bereits gegen die Beschwerden unternommen? Bewirkt eine Therapie nach einigen Tagen keine Besserung des Hautzustandes, sollte der Patient ärztlichen Rat einholen.

Lokale Antimykotika

Das Behandlungsziel bei Fußpilz ist die Beseitigung des Erregers und vorherrschender Entzündungen. Zur Selbstmedikation sind lokale Antimykotika in Form von Cremes, Gelen, Lösungen, Puder und Sprays verfügbar. Die Auswahl der Arzneiform sollte sich am Hautbild und am Patienten orientieren. Sprays eignen sich beispielsweise für Patienten mit eingeschränkter Beweglichkeit. Generell gilt: Nach der Anwendung die Hände waschen. Als Wirkstoffe kommen Azole wie Bifonazol, Clotrimazol, Econazol, Ketoconazol und Miconazol zum Einsatz. Sowohl Anwendungshäufigkeit als auch –dauer sind Wirkstoff- und Präparate-abhängig; Herstellerangaben sind daher zu beachten. So muss beispielsweise Bifonazol nur einmal täglich, bestenfalls abends, und Clotrimazol zwei bis drei Mal täglich angewendet werden. Bifonazol darf bei Kindern ohne Alterseinschränkung lokal gegen Fußmykose angewendet werden, bei Säuglingen und Kleinkindern nur unter ärztlicher Aufsicht. Auch die Allylamine Terbinafin und Naftifin sowie Ciclopirox und Amorolfin finden bei Fußpilz Anwendung.

Terbinafin hat eine pharmakokinetische Besonderheit: Der Arzneistoff lagert sich im Stratum Corneum der Haut an und wirkt somit über die eigentliche Behandlungszeit hinaus. Dies kann vorteilhaft für Patienten mit geringer Compliance sein. Bei Zubereitungen als Creme ist eine siebentägige Anwendung angezeigt, als alkoholische Lösung reicht sogar die einmalige Anwendung aus. Letztere sollte, selbst wenn die Läsionen nur an einem Fuß sichtbar sind, immer an beiden Füßen erfolgen und die Füße dürfen danach 24 Stunden nicht befeuchtet werden.

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