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Hyposensibilisierung
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Schutz vor Anaphylaxie bei Insektenstich

Bienen- und Wespenstiche können bei sensibilisierten Patienten schwere anaphylaktische Reaktionen auslösen. Eine allergenspezifische Immuntherapie zur Hyposensibilisierung bietet eine kausale Behandlungsmöglichkeit. Die kontrollierte subkutane Applikation des auslösenden Allergens sollte rechtzeitig vor Beginn der Insektensaison begonnen werden.
AutorKontaktEva Gottfried
Datum 15.01.2026  07:00 Uhr

Wirksamkeit der AIT abhängig vom Gift

Essenziell bei jeder AIT ist eine engmaschige Überwachung des Patienten. Auch bei Mastzellerkrankungen empfehlen die Leitlinien spezielle Vorsicht, Schemata und Dosierungen. Die Wirksamkeit ist dosis- und giftabhängig: Bienengift ist generell weniger wirksam als Wespengift. Nebenwirkungen sind in der Leitlinie als selten beschrieben und betreffen lokale und systemische Reaktionen.

Die AIT dient zur Toleranzentwicklung gegen die auslösenden Insektengifte. In erster Linie geht es um die Desensibilisierung von Basophilen und Mastzellen und Dämpfung ihrer Mediatoren einer allergischen Reaktion. Daran beteiligt sind tolerogene dendritische Zellen, die zur Induktion regulatorischer T-Zellen führen, sowie IgG-und IgA-sezernierende Plasmazellen. Die repetitive Allergeninjektion unterstützt unter anderem die Entwicklung blockierender Antikörper wie IgG4, die hemmend auf inflammatorische Prozesse wirken und so der überschießenden Reaktion entgegenwirken. Auch die Hemmung von Typ-2-innaten lymphoiden Zellen (ILC2), die Induktion des antiinflammatorischen Zytokins IL-10 und die Rekonstitution zirkulierender Monozyten und dendritischer Zellen spielen eine wichtige Rolle. Die beteiligten Mechanismen sind noch nicht abschließend geklärt.

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