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Gematik-Daten
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Rund 10 Prozent Versand-Anteil in der E-Rezept-Testphase

Die E-Rezept-Einführung nimmt an Fahrt auf. Immer mehr Praxen, Apotheken, Rechenzentren und Kassen sind in der Lage, die E-Verordnungen abzuwickeln. Der EU-Versender Shop Apotheke gibt sogar an, E-Rezepte über alle Kassen abwickeln zu können. Erste Gematik-Daten zeigen in der Tat, dass der Versandhandel einen vergleichsweise hohen Rezeptanteil hat – allerdings sind die absoluten Abrechnungszahlen noch sehr gering.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 17.03.2022  14:30 Uhr
Sehr enge Verbindung zwischen Versendern und Online-Praxen

Sehr enge Verbindung zwischen Versendern und Online-Praxen

Allerdings dürften auch die Versandkonzerne ihre Bemühungen intensivieren und erneut große Marketing-Kampagnen fahren. Aus Sicht der Vor-Ort-Apotheken sind auch die engen Kooperationen zwischen Versendern und Online-Arztpraxen ein Problem. Den Patienten werden Verordnung und Abgabe hier quasi als ein Prozess dargestellt. Auf der Seite der Shop Apotheke kann man beispielsweise direkt eine Online-Sprechstunde bei Zava buchen. Der niederländische Konzern empfiehlt seinen Kunden zudem, nach der Arztberatung den Versandweg einzuschlagen. Ganz unabhängig von der Frage, ob dies rechtlich zulässig ist, könnte dieser Marketing-Trick dafür sorgen, dass immer mehr Menschen den Versandweg auswählen.

Rx-Marktanteil traditionell bei 1 Prozent

Klar ist aber auch, dass der derzeitige Anteil vielen Apothekern Sorgen machen dürfte. Denn: In den vergangenen Jahren hielt sich der Rx-Versandanteil konstant bei etwa 1 Prozent. Selbst nach dem EuGH-Urteil zur Rx-Preisbindung tat sich an dieser Zahl recht wenig. Alle Hoffnungen der Versender drehten sich in den vergangenen Jahren daher rund ums E-Rezept. Durch den Wegfall der Rezept-Briefe, die Kunden bislang in die Niederlande schicken mussten, werde sich der Marktanteil drastisch erhöhen, so die Hoffnung der Konzerne. Der damalige Zur Rose-Chef Walter Oberhänsli hatte den Rx-Anteil von 10 Prozent auch als Zielmarke ausgegeben.

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