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Chronischer Husten

Rückschlag für Klasse der Pixante

Bayer hat die Entwicklung des P2X3-Rezeptorantagonisten Eliapixant eingestellt. Nach Prüfung der verfügbaren Daten kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass der Gesamtnutzen das Risiko bei den angestrebten Indikationen nicht mehr überwiegt. Neben Eliapixant gibt es noch weitere Pixante.
Sven Siebenand
08.02.2022  09:00 Uhr

Eliapixant sollte unter anderem als Arzneistoff für Patienten mit refraktärem chronischem Husten entwickelt werden. Erst Mitte 2021 hatte es aus einer Phase-IIb-Studie gute Wirksamkeitsdaten gegeben. Nun kamen offenbar Bedenken hinsichtlich der Sicherheit hinzu, sodass Bayer die Entwicklung eingestellt hat. Als Folge dieser Entscheidung erhält nun das Unternehmen Evotec die Rechte an Eliapixant zurück. Es kündigt an, die zugrundeliegenden Daten zu bewerten, sobald diese verfügbar sind und alle Optionen in Betracht zu ziehen.

Bei P2X3-Rezeptoren handelt es sich um ATP-abhängige Ionenkanäle an sensorischen Neuronen der Atemwege, deren Aktivierung zu einer Sensibilitätssteigerung dieser Neuronen führt. Die bronchiale Hyperreagibilität gilt als pathophysiologischer Mechanismus beim refraktären chronischen Husten. P2X3-Rezeptor-Antagonisten blockieren den Rezeptor mit dem Ziel, die Empfindlichkeit der peripheren Nervenfasern zu verringern. Da viele Menschen weltweit von refraktärem chronischen Husten betroffen sind, zugelassene Wirkstoffe aber Mangelware sind, gibt es einen hohen medizinischen Bedarf an neuen wirksamen Medikamenten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich einige Firmen an die Entwicklung von oral verfügbaren P2X3-Rezeptor-Antagonisten gemacht haben.

Die Entscheidung aus dem Hause Bayer zu Eliapixant kommt kurz nachdem die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA einen sogenannten Complete Response Letter an die Adresse der Firma MSD bezüglich Gefapixant geschickt hatte. Diese Post bedeutet, dass dieses Pixant in den USA bei chronischem Husten erst einmal nicht zugelassen wird. Wie MSD mitteilt, fordert die FDA zusätzliche Informationen zur Messung der Wirksamkeit an. In Zusammenhang mit der Sicherheit von Gefapixant stehe aber der Brief nicht. In Japan ist Gefapixant (Lyfnua® 45 mg Tabletten) bei Erwachsenen mit refraktärem chronischen Husten übrigens schon zugelassen.

Ebenfalls oral verfügbare P2X3-Rezeptorantagonisten in der Pipeline sind BLU-5937 von Bellus Health und Sivopixant von Shionogi, die beide auch bei chronischem Husten im Gespräch sind.

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