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Spiegel-Talk
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Robert Habeck wollte nie Apotheker werden

Seine Eltern bauten eine eigene Apotheke auf, doch für Robert Habeck kam eine Karriere hinter dem HV-Tisch nie infrage. Bei einem »Spiegel-Talk« sprach der ehemalige Wirtschaftsminister und Vizekanzler am Samstag über diese Entscheidung. 
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
Datum 01.06.2026  13:00 Uhr

Robert Habeck sprach mit dem Spiegel-Journalisten Markus Feldenkirchen am Samstagabend über Politik, Demokratie und persönliche Erfahrungen. Dabei ging es unter anderem um seinen Werdegang. Er ist als Sohn zweier Apotheker an der Kieler Förde aufgewachsen, sagte der Journalist. »Eine war eine Frau«, korrigierte Habeck schmunzelnd.

Der Moderator wollte wissen, ob es bei dieser familiären Prägung jemals ein Thema gewesen sei, selbst Apotheker zu werden. Habecks Antwort fiel eindeutig aus: »Nein, gar nicht.« Für seine Eltern sei die Apotheke ein Lebenswerk gewesen. »Ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie nicht gefordert haben, dass ich das fortsetze«, so Habeck.

Seine Eltern seien nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlingskinder aus dem Osten aufgewachsen und hätten Pharmazie studiert, weil der Beruf damals als solide galt. »Ohne Versandhandel und so weiter«, fügt er hinzu. Sie sind laut Habeck voll ins Risiko reingegangen, haben ihre »kleine Apotheke« aufgebaut und Kredite abbezahlt. Es wäre nicht überraschend gewesen, wenn sie erwartet hätten, dass jemand aus der Familie die Apotheke fortsetze. »Aber sie haben es nie eingefordert und mir jede Freiheit gegeben«. Somit konnte er seinen »eigenen Weg gehen«. 

Habeck hatte Erhöhung des Packungshonorars versprochen

Habeck hat Germanistik, Philosophie und Philologie studiert und war als Schriftsteller tätig, unter anderem als Kinderbuchautor, bevor er in die Politik ging. Von 2018 bis 2022 waren Annalena Baerbock und Robert Habeck die Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen. Nach der Wahl, bei der die Grünen 14,8 Prozent und somit ihr bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl erzielten, wurde er Wirtschaftsminister und Vizekanzler. Zuvor war er Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung im Schleswig-Holsteinischen Landtag.

In seiner Zeit als Bundeswirtschaftsminister gab es Berührungspunkte mit der Apothekerschaft. Er war Bundestagsabgeordneter für den Landkreis Flensburg-Schleswig, wo Kai Christiansen, Präsident der Apothekerkammer Schleswig-Holstein, sein Apotheke betreibt. So hatte Habeck nach einem Telefonat mit Christiansen per Kurznachricht versprochen, das Packungshonorar der Apotheken zu erhöhen (»Ich will das, wir wollen das!«, hatte Christiansen Habeck mehrfach öffentlich zitiert). Diesem Telefonat hatte die PZ eine Podcast-Folge gewidmet. Zudem beschäftigte Habeck sich mehrfach mit der Pharmaindustrie und besuchte verschiedene Pharmastandorte in Deutschland.

Nach dem Ampelbruch Ende 2024 und der vorläufigen Wahl wurde er zum Kanzlerkandidaten gewählt. Er hat sich nach dem für die Grünen enttäuschenden Ergebnis bei der Bundestagswahl 2025 (11,6 Prozent) vollständig aus der aktiven Politik zurückgezogen und im September 2025 sein Bundestagsmandat niedergelegt. Seit September ist er als »Senior Analyst, Foreign policy and diplomacy« beim Dansk Institut for Internationale Studier (DIIS) in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen tätig.

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