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Versorgung und Reformen
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Rita Süssmuths Vermächtnis für die Gesundheitspolitik

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) griff im Rahmen einer Gedenkveranstaltung zum Tod der ehemaligen Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth am 1. Februar 2026 aktuelle gesundheitspolitische Herausforderungen auf und würdigte zugleich Süssmuths Lebenswerk.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 26.03.2026  14:14 Uhr

»Weichen für Frauen tatsächlich neu gestellt«

Als weiteren wichtigen Punkt verdeutlichte Warken, dass ihr die Belange der Frauengesundheit besonders am Herzen liegen. »Den Vorbildcharakter, den Angela Merkel später als Bundeskanzlerin in besonderer Weise für Mädchen und Frauen hatte, hatte Rita Süssmuth zu ihrer Zeit«, erklärte die Ministerin. »Und mit ihrem Engagement hat sie Weichen für Frauen tatsächlich neu gestellt und durch ihre Persönlichkeit auch gezeigt, wie man sich als Frau in der Politik behaupten und neue Wege auch erfolgreich beschreiten kann.«

Süssmuth habe zudem dafür gesorgt, dass im Jahr 1986 die Zuständigkeit ihres Ministeriums ausdrücklich um Frauenbelange erweitert wurde. Es sei ein Meilenstein gewesen, als Süssmuth im Juni 1986 erste Bundesfrauenministerin in der Bundesrepublik wurde. »Wie keine Zweite war sie Vorkämpferin für die Rechte von Frauen. Frauen sollten ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen. Teilhabe war für Rita Süssmuth eine zentrale politische Kategorie«, hob Warken hervor.

Nina Warken ist es ein großes Anliegen, Süssmuths Erbe lebendig zu halten und »die Botschaften, die sie uns hinterlassen hat, auch weiterzutragen«. Es sei für sie »selbstverständlich, dass zu ihrem Vermächtnis gehört, neue Entwicklungen rechtzeitig aufzugreifen, in größeren Linien zu denken und dabei Wesentliches nicht aus dem Blick zu verlieren.«

»Ein aktuelles Beispiel: Sexualisierte Gewalt schadet Frauen real. Deepfakes im Netz, also manipulierte Bilder von sexuellen Handlungen im Internet, untergraben die Würde von Frauen ebenso wie reale Gewalt. Und unsere Gesetze müssen diese Gewalthandlungen ins Strafgesetz bekommen«, so Warken.

»Reformprozess in Deutschland vorantreiben«

Darüber hinaus würdigte Warken Süssmuths politisches und zivilgesellschaftliches Wirken und betonte ihre Bedeutung für Politik und Gesellschaft. Die gemeinsame Arbeit im Vorstand der Frauen-Union habe sich Süssmuth »bis zuletzt« nicht nehmen lassen. »Ihr Charisma, ihre unverwechselbare Persönlichkeit werden mir wirklich auch in lebendiger Erinnerung bleiben«, so Warken.

Am Ende betonte sie: »Es liegt in unserer Verantwortung, unsere freiheitliche Demokratie zu verteidigen und konkret leitet sich daraus auch die Aufgabe ab, den notwendigen Reformprozess in Deutschland voranzutreiben, auch wenn es Kraft kostet. Ich bin entschlossen, meinen Beitrag für die Reform in der Gesundheits- und Pflegepolitik zu leisten und dazu auch zeitnah erste Vorschläge vorzulegen.«

Politikerinnen und Politiker müssten die Verantwortung, die sie für ihr Amt übertragen bekommen, annehmen und für notwendige Veränderungen auch gegen Widerstände kämpfen. Rita Süssmuth habe dies zeitlebens gemacht. Gegenwind, auch in Orkanstärke, habe sie nicht gescheut. »Wer nicht kämpft, hat schon verloren.«

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