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Herz-Kreislauf-Gesundheit

Risiko durch Übergewicht im Kleinkindalter

Bereits im Kindesalter können Übergewicht und Fettleibigkeit das Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, zeigt eine aktuelle Studie. Das Risiko werde größer, je länger die Kinder adipös waren.
Carolin Lang
10.07.2020  12:00 Uhr

Wissenschaftler um Kate Lycett vom Murdoch Children's Research Institute in Parkville, Australien, untersuchten in einer Längsschnittstudie mit 1811 australischen Kindern den Einfluss des Gewichts auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.

Dazu maßen sie alle zwei Jahre das Gewicht und die Größe der Kinder im Alter von bis zu zehn Jahren. Im Alter von elf bis zwölf Jahren untersuchten sie dann den Blutdruck, die Blutgefäßgesundheit sowie die Cholesterin- und Glukosespiegel der Studienteilnehmer. Kinder, die sehr früh im Leben fettleibig oder übergewichtig waren, wiesen demnach vermehrt Anzeichen für steifere Arterien und eine verdickte arterielle Auskleidung auf. Diese Kinder hätten ein erhöhtes Risiko, später ein metabolisches Syndrom zu entwickeln, schreiben die Forscher im Fachjournal »Pediatrics«.

Die neuen Erkenntnisse bestätigen und erweitern die bisherige Studienlage, so die Autoren. Frühere Studien hätten sich tendenziell auf einen einzigen BMI-Wert in der Kindheit gestützt und später kardiometabolische Ergebnisse im Erwachsenenalter analysiert. Durch die wiederholten Messungen von Gewicht und Größe wisse man nun, dass der BMI bereits im Alter von zwei bis drei Jahren präklinische kardiometabolische Phänotypen im Alter von elf bis zwölf Jahren vorhersagen könne.

Die Studie hebe die stillen Auswirkungen der Fettleibigkeit in der Kindheit und die Notwendigkeit eines frühzeitigen Eingreifens hervor, so die Seniorautorin Professorin Dr. Melissa Wake laut einer Pressemitteilung des Instituts.

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