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Späte Vaterschaft

Risiken für Mutter und Kind

Nicht nur das Alter der Mutter ist für den Verlauf einer Schwangerschaft entscheidend. Eine große Populationsstudie aus den USA belegt einmal mehr, dass auch das Alter des Vaters das Risiko für Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen des Nachwuchses beeinflusst. Ebenso erleiden Partnerinnen älterer Männer häufiger Komplikationen in ihrer Schwangerschaft.
Aponet (nk)
22.03.2019
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»Mögliche Risiken einer späten Elternschaft wurden lange Zeit hauptsächlich in Bezug auf das Alter der Frau betrachtet. Der Einfluss des Alters des Vaters wurde bislang vernachlässigt«, berichtet Universitätsprofessor Dr. Stefan Schlatt, Direktor des Centrums für Reproduktionsmedizin und Andrologie am Universitätsklinikum Münster. Mittlerweile machen immer wieder Studien deutlich, dass ein höheres Alter des Vaters Komplikationen beim Kind und der Mutter begünstigt.

Eine große im »British Medical Journal« veröffentlichte Studie aus den USA mit der Auswertung von 40,5 Millionen lebend geborenen Kindern zeigt etwa, dass Schwangerschaften mit den ältesten Vätern den ungünstigsten Verlauf nahmen. Ein Alter des Vaters ab 45 Jahren ging im Vergleich zu einem Alter von 25 und 34 Jahren mit einem signifikant höheren Risiko für eine Frühgeburt sowie für ein niedriges Geburtsgewicht einher. Die Kinder der ältesten Väter benötigten auch deutlich häufiger eine Atemunterstützung nach der Geburt und mussten öfter auf eine Intensivstation aufgenommen werden. »Andere frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Erkrankungen wie Autismus und Schizophrenie ebenfalls mit dem Alter des Vaters assoziiert sind«, ergänzt Schlatt. Auch das Risiko für die Mutter, Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln, nahm mit dem Alter des Vaters immer weiter zu.

Bis noch mehr Studienergebnisse vorliegen, empfiehlt Dr. Heide Siggelkow von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), Mütter und Väter besser aufzuklären und auf die möglichen Risiken hinzuweisen. »Unter diesem Gesichtspunkt rate ich Männer unter 40 Jahren, darüber nachdenken, ob das Einfrieren ihrer Spermien eine Option sein könnte«, sagt die Endokrinologin.

DOI: 10.1136/bmj.k4372

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