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Bundesverwaltungsgericht
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Rezeptsammelbox im Supermarkt ist rechtens

Apotheken mit Versandhandelserlaubnis dürfen im Einzugsbereich der Offizin Rezeptsammelboxen aufstellen und Kunden per Boten beliefern. Das hat heute das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 23.04.2020  16:44 Uhr

Versand als Botenzustellung

Die Apothekerin ging daraufhin vor das Bundesverwaltungsgericht – und dieses gab ihrer Klage statt. Wie das Gericht heute mitteilte, sei die von der Klägerin betriebene Einrichtung zum Sammeln von Rezepten und Bestellungen von Arzneimitteln von ihrer Versandhandelserlaubnis umfasst. »Die Vorschriften des Apotheken- und des Arzneimittelrechts über den Versand von apothekenpflichtigen Arzneimitteln schließen eine Zustellung durch eigene Boten der Apotheke weder nach ihrem Wortlaut noch nach ihrem Regelungszweck aus«, so das Gericht.

Dem Begriff des Versandhandels unterfalle auch ein Vertriebsmodell, das auf einen Versand im örtlichen Einzugsbereich der Apotheke ausgerichtet ist und hierfür eigene Boten der Apotheke einsetze. Die Arzneimittelsicherheit sei nicht mehr gefährdet als beim Versand über größere Entfernungen mittels externer Versanddienstleister. Dass eine Zulassung dieses Vertriebsmodells zu einem signifikanten Rückgang der Apothekendichte und einer Gefährdung der Arzneimittelversorgung führen könnte, sei ebenfalls nicht ersichtlich.

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