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#rettedeineapotheke fordert »zeitgemäße Honorierung«

Der Protestmarsch war offenbar nur der Anfang: Die Initiatoren von #rettedeineapotheke rufen die Apotheker auf, sich an ihre Bundestagsabgeordneten zu wenden und auf die prekäre wirtschaftliche Lage der Vor-Ort-Apotheken aufmerksam zu machen.
Christina Müller
12.04.2019
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Kein »Ausverkauf« der Apotheken in Deutschland: Die Aktivisten von #rettedeineapotheke appellieren in einem Facebook-Post an ihre Kollegen, gemeinsam Druck auf die Politik auszuüben und sich für eine angemessene Honorierung der Offizinen starkzumachen. Tausende Apotheken befänden sich in existenziellen Schwierigkeiten, heißt es in dem Post. »Eine Hauptursache ist die Abkopplung des Apothekenhonorars von der gesamtwirtschaftlichen Leistung.« Zwischen 2004 und 2018 verzeichneten demnach wirtschaftliche Kenngrößen wie die Einnahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), das Bruttoinlandsprodukt und die Tariflöhne in Apotheken jeweils ein dickes Plus. Die Apothekenvergütung dagegen hinkt aus Sicht der Initiatoren in diesem Prozess erkennbar hinterher.

Vor diesem Hintergrund rufen sie das Apothekenpersonal auf, sich bei den Bundestagsabgeordneten ihres Wahlkreises für eine auskömmliche und zeitgemäße Honorierung der Apotheken einzusetzen. Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken fördere eine Aufweichung der Gleichpreisigkeit, fürchten die Organisatoren. Der Wegfall der Preisbindung im Arzneimittelgesetz hätte fatale Folgen für die Apotheken im ganzen Land. Durch Rabattschlachten um Rx-Zuzahlungen würde das Apothekensterben zusätzlich beschleunigt.

»Keiner kann Arzneimittelversorgung besser als die deutschen Apotheken«, schreiben die Protestler. »Wir fordern eine auskömmliche und zeitgemäße Honorierung der Apotheken, eine Festschreibung der Rx-Preisbindung im Arzneimittelgesetz und die Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips im Apothekenwesen.« Die Apotheken seien ein Grundpfeiler des deutschen Gesundheitssystems und unverzichtbarer Teil der Patientenversorgung in der ganzen Republik. »Dieses System muss angemessen finanziert sein, um die Patienten auch in Zukunft jeden Tag millionenfach versorgen zu können.«

Der Facebook-Post kann hier abgerufen werden.

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