Meist nimmt Reizhusten im Laufe eines grippalen Infektes nach wenigen Tagen ab beziehungsweise geht in einen produktiven Husten über. Um das Abhusten des Sekrets zu erleichtern, kommen Expektoranzien infrage, zum Beispiel N-Acetylcystein (etwa Fluimucil® akut), das im Bereich der Bronchialtrakts sekretolytisch und sekretomotorisch wirkt, oder Ambroxol (etwa Mucosolvan®), das den Anteil des serösen Bronchialsekrets und die Surfactant-Produktion steigert sowie die Aktivität des Flimmerepithels stimuliert.
Sekretolytisch und sekretomotorisch wirken auch pflanzliche Extrakte wie Myrtol, ein Terpen-Gemisch, das mittels Destillation aus rektifiziertem Eukalyptus-, Süßorangen-, Myrten- und Zitronenöl hergestellt wird (etwa Gelomyrtol®). Zäher Schleim wird gelöst und verstärkt in Bewegung gesetzt.
Ein Erkältungshusten lässt sich jedoch häufig nicht immer eindeutig einem Reizhusten oder produktiven Husten zuordnen. Dann können Extrakte aus Efeu (etwa Prospan®) oder Thymian (etwa Aspecton®) sowie Kombinationen aus beiden (etwa Bronchipret® TE) eine sinnvolle Option darstellen, da sie sowohl expektorierende als auch spasmolytische Eigenschaften besitzen. Eine Besserung aller Symptome einer akuten Bronchitis, insbesondere Husten und Sputumproduktion bewirken auch Auszüge aus der Kapland-Pelargonie (etwa Umckaloabo®). In vitro wurden außerdem antiinfektive, antiinflammatorische und zytoprotektive Effekte gezeigt. Auch ätherische Öle (etwa Wick® Vaporub oder Pinimenthol®) können zur Besserung von Erkältungssymptomen eingesetzt werden.
Werden nicht pharmakologische Optionen gewünscht – etwa während der Schwangerschaft und Stillzeit, wegen Unverträglichkeiten oder bei einem erhöhten Risiko von Wechselwirkungen –, sind Sole-Inhalationen eine Alternative. Sie erfolgen mittels eines Verneblers (zum Beispiel von Emser®, Pari® oder Beurer®), die es inzwischen in kompakten Größen gibt.
Auch in der Erkältungszeit ist nicht jeder Husten die Folge eines grippalen Infekts. So sollte auf die Dauermedikation ein Blick geworfen werden. Zu den Arzneimitteln, die zu Hustensymptomen führen können, gehören ACE-Hemmer, die die Sensitivität des Hustenreflexes steigern können. Betablocker können die bronchiale Reaktionsbereitschaft steigern. Zu den Arzneimitteln mit direkter pulmonaler Toxizität zählen unter anderem Amiodaron und Methotrexat; die Toxizität ist meist dosisabhängig. Zu physikalischen Reizungen kann es bei der Verwendung von Dosieraerosolen und Pulverinhalatoren kommen.
Nicht zuletzt können Hustensymptome auch Warnzeichen für andere, möglicherweise ernste Erkrankungen darstellen. Bei untypischen Hustensymptomen und/oder weiteren Beschwerden sollte daher zum Arztbesuch geraten werden.