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Erkältungshusten
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Reiz stillen, Sekret lösen oder beides

Viele Patienten fühlen sich durch Husten stark eingeschränkt und wünschen sich schnelle Linderung. Mit einer gezielten Beratung kann das Apothekenteam die Betroffenen wirksam unterstützen.
AutorKontaktMaria Pues
Datum 20.01.2026  18:00 Uhr

Akuter Husten ist ein häufiges Symptom bei grippalen Infekten, einer Bronchitis oder einer Rhinosinusitis. Meist klingt er innerhalb von drei Wochen von selbst wieder ab. Bei einer Hustendauer darüber hinaus bis zu acht Wochen spricht man von subakutem Husten. Als mögliche Ursache kommen unter anderem eine Infekt-getriggerte Hyperreagibilität der Bronchien oder eine Allergie infrage. Halten die Hustenbeschwerden länger als acht Wochen an, handelt es sich definitionsgemäß um einen chronischen Husten.

Zu Beginn eines grippalen Infekts leiden die Betroffenen häufig zunächst an einem trocknen Reizhusten. Für eine Erkältung als Ursache spricht, wenn sie sich zuvor bereits schlapp gefühlt haben und/oder über Kopf- und Gliederschmerzen berichten. Reizhusten wird – vor allem nachts – häufig als belastend und quälend empfunden. Sekret wird noch nicht gebildet und abgehustet, sodass der Husten keine Erleichterung bringt, sondern die empfindlichen Schleimhäute weiter reizt.

Bei eher milden Beschwerden während des Tages eignen sich zuckerhaltige Zubereitungen, die für eine Reizlinderung und damit für eine Beruhigung des Hustens sorgen. Auch Schleimstoffe, etwa aus Isländisch Moos (etwa Isla® Moos), Primelwurzel (etwa Ipalat®) oder Eibischwurzel (etwa Phytohustil®, auch als Sirup) sowie aus Kombinationen von Isländisch Moos/Eibischwurzel/Süßholzwurzel (etwa Stilaxx®) lindern den Reiz.

Für eine Linderung eines Reizhustens während der Nacht empfehlen sich chemisch definierte Antitussiva wie Dextromethorphan (etwa Silomat® DMP), Dropropizin (etwa Mucosolvan® silent) oder Pentoxyverin (etwa Silomat®). Sie wirken zentral Hustenreiz-dämpfend (Dextromethorphan, Pentoxyverin) und/oder peripher (Pentoxyverin, Dropropizin), indem sie die Empfindlichkeit der Nervenendigungen in der Bronchialschleimhaut herabsetzen. Sie sollten nur kurzzeitig angewendet werden. Bei anhaltendem Reizhusten ist zum Arztbesuch zu raten.

Sekret-Abtransport unterstützen

Meist nimmt Reizhusten im Laufe eines grippalen Infektes nach wenigen Tagen ab beziehungsweise geht in einen produktiven Husten über. Um das Abhusten des Sekrets zu erleichtern, kommen Expektoranzien infrage, zum Beispiel N-Acetylcystein (etwa Fluimucil® akut), das im Bereich der Bronchialtrakts sekretolytisch und sekretomotorisch wirkt, oder Ambroxol (etwa Mucosolvan®), das den Anteil des serösen Bronchialsekrets und die Surfactant-Produktion steigert sowie die Aktivität des Flimmerepithels stimuliert.

Sekretolytisch und sekretomotorisch wirken auch pflanzliche Extrakte wie Myrtol, ein Terpen-Gemisch, das mittels Destillation aus rektifiziertem Eukalyptus-, Süßorangen-, Myrten- und Zitronenöl hergestellt wird (etwa Gelomyrtol®). Zäher Schleim wird gelöst und verstärkt in Bewegung gesetzt.

Ein Erkältungshusten lässt sich jedoch häufig nicht immer eindeutig einem Reizhusten oder produktiven Husten zuordnen. Dann können Extrakte aus Efeu (etwa Prospan®) oder Thymian (etwa Aspecton®) sowie Kombinationen aus beiden (etwa Bronchipret® TE) eine sinnvolle Option darstellen, da sie sowohl expektorierende als auch spasmolytische Eigenschaften besitzen. Eine Besserung aller Symptome einer akuten Bronchitis, insbesondere Husten und Sputumproduktion bewirken auch Auszüge aus der Kapland-Pelargonie (etwa Umckaloabo®). In vitro wurden außerdem antiinfektive, antiinflammatorische und zytoprotektive Effekte gezeigt. Auch ätherische Öle (etwa Wick® Vaporub oder Pinimenthol®) können zur Besserung von Erkältungssymptomen eingesetzt werden.

Werden nicht pharmakologische Optionen gewünscht – etwa während der Schwangerschaft und Stillzeit, wegen Unverträglichkeiten oder bei einem erhöhten Risiko von Wechselwirkungen –, sind Sole-Inhalationen eine Alternative. Sie erfolgen mittels eines Verneblers (zum Beispiel von Emser®, Pari® oder Beurer®), die es inzwischen in kompakten Größen gibt.

Arzneimittel als Auslöser

Auch in der Erkältungszeit ist nicht jeder Husten die Folge eines grippalen Infekts. So sollte auf die Dauermedikation ein Blick geworfen werden. Zu den Arzneimitteln, die zu Hustensymptomen führen können, gehören ACE-Hemmer, die die Sensitivität des Hustenreflexes steigern können. Betablocker können die bronchiale Reaktionsbereitschaft steigern. Zu den Arzneimitteln mit direkter pulmonaler Toxizität zählen unter anderem Amiodaron und Methotrexat; die Toxizität ist meist dosisabhängig. Zu physikalischen Reizungen kann es bei der Verwendung von Dosieraerosolen und Pulverinhalatoren kommen.

Nicht zuletzt können Hustensymptome auch Warnzeichen für andere, möglicherweise ernste Erkrankungen darstellen. Bei untypischen Hustensymptomen und/oder weiteren Beschwerden sollte daher zum Arztbesuch geraten werden.

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