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TÜV für Pflegeheime

Realistischere Bewertung ab 2020

Die Menschen in Deutschland sollen ab 2020 realistische Bewertungen von Pflegeheimen bekommen. Dann könnten erste Ergebnisse neuer Heim-Überprüfungen vorgestellt werden, kündigte Gernot Kiefer vom Vorstand des GKV-Spitzenverbands in Berlin an.
dpa
21.11.2018
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Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Nachrichtenagentur dpa: »Ein Pflege-TÜV, bei dem fast jedes Heim Traumnoten bekommt, bringt nichts.« Dies sei heute der Fall. »Das werden wir ändern«, versicherte Spahn. Die Politik habe deshalb die Selbstverwaltung unter anderem aus Kassen und Heimbetreibern verpflichtet, auf Basis eines jetzt veröffentlichten Gutachtens von Wissenschaftlern ein neues Beurteilungssystem zu entwickeln. »Diesen Prozess werden wir eng begleiten«, kündigte Spahn an.

Denn noch ist nicht entschieden, wie der geplante neue Pflege-TÜV genau aussehen wird. Die Kassen sind nicht ganz zufrieden mit dem Vorschlag der Wissenschaftler. Kiefer sagte: »Wir plädieren dafür, die Vorschläge nicht eins zu eins umzusetzen.« Die Wissenschaftler hatten vorgeschlagen, dass sich die Heimprüfungen viel stärker als heute auf den tatsächlichen Zustand der Bewohner konzentrieren sollen. Das finden die Kassen gut.

Statt der heutigen Noten schlagen die Wissenschaftler aber vor, viele Bewertungen einzelner Bereiche zu veröffentlichen. Das finden die Kassen unübersichtlich. Spahn sagte: »Mit dem neuen Pflege-TÜV sollen Pflegebedürftige und Angehörige realistisch beurteilen können, welches Heim das beste für sie ist.« Zudem müsse er unnötige Bürokratie vermeiden. »Das sind wir den Pflegekräften schuldig.«

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