| Cornelia Dölger |
| 04.03.2026 16:24 Uhr |
Heute hatten Verbände Gelegenheit, sich im Gesundheitsausschuss des Bundestags zum ApoVWG zu äußern. / © Imago/Bihlmayerfotografie
Derzeit gebe es noch eine funktionierende Versorgung, aber durch das seit 13 Jahren anhaltende »Abschmelzen der Apotheken« bestehe die Gefahr, dass diese Versorgung nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Einige Maßnahmen seien gut, vor allem müsse schnell gehandelt werden, mahnte Preis. Man brauche keine »Herunterskalierung der Leistungen«, keine Deprofessionalisierung oder eine Apotheke ohne Apotheker.
Die Ausschussvorsitzende Tanja Machalet (SPD) fragte Preis, wie die Intention, den Apothekerberuf zu stärken, bewertet werde. Preis sagte, man begrüße die erweiterten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) ausdrücklich. »Apotheken können noch mehr Verantwortung übernehmen.« Etwa wenn sie die konsequente Pflege des elektronischen Medikationsplans (eMP) übernähmen, hier zeige sich, dass es klare Zuständigkeiten brauche.
Auf eine Frage von SPD-Gesundheitssprecher Christos Pantazis unterstrich Preis, dass es wichtig sei, das Apothekenhonorar nicht länger von steigenden Kosten abzukoppeln. Daher seien Verhandlungen der richtige Weg. Wichtig sei, dass der Verordnungsgeber, also die zuständigen Ministerien, die Verpflichtung haben müsse, »das Verhandlungsergebnis 1:1 umzusetzen«, da müsse nachgeschärft werden. Von Kassenseite hieß es daraufhin, dass man hier klare Kriterien brauche, eine neutrale Datengrundlage, dies solle im Entwurf ergänzt werden.
Die Pläne der abgespeckten Zweigapotheken kommen bei den Apotheken bekanntlich nicht gut an. Emmi Zeulner (CSU), Vize-Vorsitzende der Unions-Arbeitsgruppe Gesundheit, fragte Franziska Scharpf, Vizepräsidentin der Bundesapothekerkammer (BAK), nach ihrer Einschätzung. Scharpf stellte klar, dass Zweigapotheken als vermeintliches Instrument für die Stärkung ländlicher Regionen »ein gefährlicher Irrweg« seien. Damit könnten Mehr- und Fremdbesitzverbot weiter aufgeweicht und die Apotheke vor Ort langfristig verdrängt werden.
Die Grünen-Apothekenberichterstatterin Paula Piechotta wandte sich an Iris an der Heiden vom IGES-Institut. Die Grünen-Fraktion hatte an der Heiden eingeladen. Heute war ein Gutachten des IGES-Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbands zu Apothekenstandorten und -vergütung bekannt geworden. Die Erreichbarkeit von Apotheken sei jüngst untersucht worden und als »sehr gut anzusehen«, so an der Heiden.