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Gebärmutterkrebs

Positives Votum für Dostarlimab

Bald könnte ein neuer Antikörper zur Behandlung bestimmter Arten von Endometriumkarzinomen verfügbar sein. Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat die Zulassung des PD-1-Inhibitors Dostarlimab (Jemperli®, GSK) empfohlen.
Kerstin A. Gräfe
04.03.2021  10:23 Uhr

In Deutschland erkranken jährlich etwa 10.700 Frauen an Tumoren der Gebärmutter. Die große Mehrzahl davon leidet an einem Endometriumkarzinom, also Krebs der Gebärmutterschleimhaut. Weltweit ist es die sechsthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Für Betroffene, deren Erkrankung während oder nach der Erstlinientherapie fortschreitet, gibt es nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten.

Der monoklonale Antikörper Dostarlimab könnte für Patientinnen mit einer bestimmten Endometriumkrebsart (mit Mismatch-Repair-Defizienz, dMMR, oder mit hoher Mikrosatelliten-Instabilität, MSI-H) eine neue Option werden. Er bindet mit hoher Affinität an den PD-1 (Programmed Cell Death Protein 1)-Rezeptor und blockiert dessen Wechselwirkung mit den Liganden PD-L1 und PD-L2.

Die Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel basiert auf den Ergebnissen der noch laufenden Phase-I-Studie GARNET. Jemperli verbesserte die objektive Ansprechrate und Ansprechdauer bei Frauen mit rezidiviertem oder fortgeschrittenem dMMR/MSI-H-Endometriumkarzinom, deren Tumor während oder nach einer platinbasierten Chemotherapie progredient wurde. Als häufigste Nebenwirkungen traten Anämie, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Juckreiz, Hautausschlag, Muskelschmerzen, Fieber und Hypothyreose auf.

Zusätzlich zur GARNET-Studie wird Dostarlimab in der Phase-III-Studie RUBY bei Frauen mit rezidiviertem oder primär fortgeschrittenem Endometriumkarzinom in Kombination mit Standard-Chemotherapie geprüft. Zudem wird der PD-1-Antikörper in Kombination mit anderen Therapeutika für Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren oder metastasierten Karzinomen erforscht.

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