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Card-Link-Verfahren
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Plattformen bauen E-Rezept-Lösung

Apothekenplattformen sind derzeit beim Weiterleiten von E-Rezepten außen vor. Sie hoffen auf eine neue Chance, wenn mit dem Card-Link-Verfahren ein vierter Einlöseweg etabliert wird. Die Netzgesellschaft Deutscher Apotheker (NGDA) hat in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Apothekesoftwarehäuser (ADAS) einen Weg für einen sicheren Datenaustausch für Apotheken geschaffen.
AutorAlexander Müller
Datum 18.01.2024  10:00 Uhr

Dabei handelt es sich grundsätzlich um den von der Gematik freigegebenen Weg der »alternativen Zuweisung« – also die Nutzung des Smartphones des Versicherten zum Einlösen von E-Rezepten. Beim Card-Link-Verfahren mit Vor-Ort-Apotheken und ihren Plattformen soll der Weg nun ebenfalls genutzt werden.

Ihre N-Ident-Zugangsdaten benötigen Apotheken bisher für den Austausch mit Securpharm. Doch über N-Connect hat die NGDA das Identity-Management bereits seit 2021 auch für weitere Services bereitgestellt. In Abstimmung mit dem ADAS wurde die Datenaustauschplattform N-Connect-Hub entwickelt. Vereinfacht ausgedrückt ein digitaler Briefkasten, der nur mit einem individuell vergebenen Schlüssel geöffnet werden kann. Darüber sollen die Daten – beispielsweise E-Rezepte – gesichert zurück in die Apps von Drittanbietern gelangen.

Die Gesellschafterversammlung der Gematik hat am 11. Dezember 2023 beschlossen, dass es einen vierten Weg zum Einlösen von E-Rezepten geben soll – neben elektronischer Gesundheitskarte (EGK), Gematik-App und Token-Ausdruck. Künftig sollen Versicherte mit einer NFC-fähigen EGK und einem NFC-fähigen Smartphone auch mobil ihre E-Rezepte an eine Apotheke ihrer Wahl schicken. Die finale Spezifikation der Gematik wird Mitte Februar erwartet.

E-Rezept verlässt TI nicht

Über dieses Card-Link-Verfahren hoffen auch Plattformen wie Gesund.de wieder ins Spiel zu kommen. Bereits seit dem Herbst arbeitet das Gemeinschaftsprojekt von Phoenix, Noventi, Wort & Bild Verlag, BD Rowa und Sanacorp an der technischen Anschlussfähigkeit der eigenen App für das neue Card-Link-Verfahren.

Als wichtigen nächsten Schritt bezeichnet Gesund.de die Vereinbarung mit der NGDA zur Anbindung an den N-Connect-Hub. Dabei wird nicht das E-Rezept aus der Telematikinfrastruktur (TI) an die App weitergeleitet, sondern nur die notwendigen Vorgangsinformationen zur Verordnung, die in der App benötigt werden, um den patientenrelevanten Prozess abzubilden. Außerdem werden die Informationen weitergeleitet, mit der eine Apotheke ein Rezept innerhalb der TI im Auftrag des Patienten abrufen kann. Das eigentliche E-Rezept verlässt die TI also nie.

Der Vorteil von Plattformen wie Gesund.de: Die Nutzerinnen und Nutzer können diese Informationen in die App zurückgespielt bekommen. Damit werde der standardisierte Austausch zwischen der Apotheke und dem eigenen Backend ermöglicht sowie der sichere Austausch von Datenobjekten, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

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