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Pharmaziestudenten organisieren Unterstützung für Apotheken

Da sich der Semesterstart verzögert oder Vorlesungen nur online stattfinden und Praktika wegfallen, sind viele Pharmaziestudierende derzeit in ihren Heimatorten. Ihr Dachverband ruft sie jetzt auf, die freie Zeit zu nutzen, um in den Apotheken auszuhelfen, zum Beispiel in Rezeptur, Warenwirtschaft oder beim Botendienst.
Daniela Hüttemann
23.03.2020
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»Die Apotheke beweist sich in der aktuellen Krisenzeit als essenzieller Teil des Gesundheitswesens und dient oftmals als erste Anlaufstelle für verunsicherte Patient*innen«, schreibt der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD). Doch viele Apotheken stoßen derzeit an ihre Grenzen, auch weil Personal aus Krankheitsgründen oder aufgrund fehlender Kinderbetreuung ausfällt. Hier wollen jetzt die Pharmaziestudierenden, so gut sie können, einspringen. 

Der BPhD hat heute die Pharmaziestudierenden in Deutschland dazu aufgerufen, die Apotheken bei der Bewältigung ihrer Tätigkeit und der pharmazeutischen Versorgung der Bevölkerung zu unterstützen. »Als zukünftige Gesundheitsberufler möchten wir nicht tatenlos zu Hause bleiben, wenn wir die Apotheken und ihre Mitarbeitenden sinnvoll entlasten können«, erklärt Laura Weiß, Präsidentin des BPhD. »Studierende können, je nachdem in welchem Studienabschnitt sie sich befinden, an vielen Stellen unterstützen – sei es in der Rezeptur, beim Wareneingang oder Botendienst.«

Damit Studierende und Apotheke zueinander finden, hat der BPhD die Website apothekenhelfen.bphd.de eingerichtet. »Wir haben uns dazu entschieden, ein Register für Apotheken anzulegen, um den Aufwand für Apotheken möglichst gering zu halten. Apotheken können auf der Website unkompliziert ein Gesuch erstellen«, teilt der BPhD mit. Die Apotheke kann kurz das Tätigkeitsfeld und gewünschte Anforderungen wie den Besitz eines Führerscheins für Botendienste beschreiben.

Danach liege die Verantwortung bei den Studierenden, sich eine Apotheke in ihrer Nähe zu suchen und diese zu kontaktieren. Viele Studierende seien gerade in ihren Heimatorten, sodass nicht nur die Apotheken in Universitätsstädten, sondern auch Landapotheken Unterstützung finden könnten. »Die Hilfe soll möglichst flächendeckend bei Apotheken überall ankommen«, hofft der BPhD.

Unterstützt wird die Aktion von der Apothekengewerkschaft Adexa, die einen Musterarbeitsvertrag zur Verfügung stellt. Darin können Apotheken und Studierende individuelle Absprachen ergänzen. »Studierende sollten nicht ohne Abschluss eines offiziellen Arbeitsvertrages aushelfen, da nur so ein geeigneter Versicherungsschutz für die Tätigkeit besteht«, rät der BPhD und erinnert daran, dass der Gesundheitsschutz des Personals Vorrang habe. »Wir raten Studierenden, die zu einer der Personengruppen zählen, bei denen das Robert-Koch-Institut eine erhöhte Gefahr für einen schweren Krankheitsverlauf sieht, von einer Tätigkeit in der Apotheke ab.« Darüber würden natürlich auch für die Studierenden die Richtlinien der Bundesapothekerkammer sowie die individuellen Schutzmaßnahmen der jeweiligen Apotheke gelten.

Auch Medizinstudierende springen derzeit vielerorts so gut sie können ein, zum Beispiel beraten sie verunsicherte Bürger und Patienten über verschiedene Telefonhotlines. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt 500 Medizinstudierende zur Unterstützung der Gesundheitsämter bei der Kontaktpersonensuche von Covid-19-Patienten gesucht und zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Der Aufruf war sehr erfolgreich, berichtete RKI-Präsident Professor Dr. Lothar Wieler heute in Berlin.

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