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Impfen in Apotheken

Pharmazeuten in Thüringen sind dagegen

Der Thüringer Apothekerverband sieht keine Notwendigkeit dafür, dass Pharmazeuten in ihren Apotheken künftig auch impfen sollen. Auf dem Apothekertag in Thüringen stand auch die Kritik am Rx-Versand im Fokus.
dpa
PZ
24.05.2019
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Die Apotheker in Thüringen halten es für nicht notwendig, in der Offizin auch Impfungen anzubieten. Verbandspräsident Stefan Fink kritisierte am Freitag in Weimar entsprechende Gesetzespläne des Bundesgesundheitsministeriums. Sinnvoller sei stattdessen eine engere Verzahnung von Apotheken und Arztpraxen bei der Impfberatung, sagte Fink zum Auftakt des Thüringer Apothekertages. So könnten die Pharmazeuten die Patienten beraten und sie bei Bedarf mit einer Impfempfehlung zu deren Hausarzt schicken.

Ein Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister  Jens Spahn (CDU) sieht vor, Grippe-Schutzimpfungen künftig auch in Apotheken zu ermöglichen. Apotheken und Krankenkassen sollen dafür regionale Modellprojekte über fünf Jahre entwickeln. Dabei ist auch die Schulung von Impfpersonal durch Ärzte vorgesehen.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) kritisierte in Weimar zudem, dass der Gesetzentwurf kein Verbot des Internetversandhandels für rezeptpflichtige Arzneimittel vorsehe. Das drohe, zu einschneidenden Veränderungen in der Versorgungsstruktur zulasten der Vor-Ort-Apotheken zu führen. Fink verwies auf die Bedeutung örtlicher Apotheken gerade angesichts einer älter werdenden Bevölkerung.

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