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Hamburg
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Paulina für St. Pauli

2018 übernahm Ramona Kottke die Apotheke am Paulinenplatz in Hamburg, 2026 folgt nun ihr Herzensprojekt, das »Paulina Vitalzentrum«. Gemeinsam mit der Kultur- und Communitymanagerin Ana Amil gründete sie ein interdisziplinäres Versorgungszentrum zur ganzheitlichen Gesundheitsfürsorge und nachhaltigen Stadtgesundheit.
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 17.06.2026  18:00 Uhr

Ein Alternativplan muss her

Das Gebäude sollte inzwischen eigentlich fertiggestellt sein, so Kottke, stattdessen verwirkliche sie ihr Projekt nun außerplanmäßig aus vorerst eigener Kasse in Mieträumen. »Geschäftsräume auf St. Pauli zu suchen, ist ein eigenes Abenteuer …«, erzählt die Gründerin der PZ. Doch sie wurde fündig und kann loslegen – »mit einem Raum und einer kleinen Mannschaft« sei sie gestartet. Ab September soll es mit Workshops und Vorträgen losgehen, da sich die Möglichkeit ergeben hat, im selben Gebäude auch größere Räumlichkeiten anzumieten. Das Gesundheitspersonal kann sich dort via Untervermietung niederlassen.

Das Kassenleistungs- und Selbstzahlenden-Prinzip deckt nach Kottkes Erfahrung die Versorgung der Menschen auf St. Pauli nicht vollständig ab. Deshalb habe sie den gemeinnützigen Verein »Paulinchen« gegründet. »Angedacht sind aber auch Angebote, die über ›Paulinchen‹ finanziert werden sollen, wenn wir mit dem Verein die Gemeinnützigkeit erreicht haben und somit Spenden- und Fördergelder sammeln können«, plant die Apothekerin. Kottkes Ziel ist Niedrigschwelligkeit für alle. Insbesondere Menschen mit niedrigem Einkommen sollen von dem Engagement profitieren.

Pläne für die Zukunft

In die Satzung von »Paulinchen« haben die Mitglieder auch das Thema Forschung eingebracht. Ziel ist es, der Politik ein Positionspapier vorzulegen, so Kottke. Die Apothekerin möchte aber auch Falschinformationen dubioser Health-Coaches in den sozialen Medien begegnen. Zum Thema Medienkonsum und Suchtprävention bei Jugendlichen seien entsprechende Angebote in Planung. »Die langfristige Idee ist natürlich, auch mit Schulen und Firmen zusammenzuarbeiten«, so die Gründerin.

Der Gemeinschafts- und Regionalitätsgedanke spielt für Kottke eine entscheidende Rolle: »Der Großteil der Apotheken ist ja irgendwo in irgendeinem Quartier mit irgendeinem Umfeld, wo man vielleicht mal schauen kann, wie man insgesamt die Gesundheitsversorgung verbessert.«

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