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Pramipexol
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Parkinson-Mittel bei Depression wirksam

Der Dopaminagonist Pramipexol wird bei der Parkinson-Krankheit und beim Restless-Legs-Syndrom angewendet. Laut einer kleinen Studie aus Schweden hat er auch bei Depression einen positiven Effekt – insbesondere bei einem schwer zu therapierenden Symptom.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 17.06.2026  14:00 Uhr

Als Anhedonie bezeichnet man den Verlust der Fähigkeit zur Freude oder Motivation. Sie zählt neben einer gedrückten Stimmung zu den Hauptsymptomen der Depression und ist therapeutisch nur schwer zu adressieren. Nun berichten Forschende um Filip Ventorp und Marie Asp von der Universität Lund in Schweden im Fachjournal »Nature Medicine«, dass ein Wirkstoff die Anhedonie positiv beeinflussen könnte, der eigentlich aus der Therapie der Parkinson-Krankheit bekannt ist.

Pramipexol ist ein Dopaminagonist mit hoher Selektivität und Spezifität für Dopamin-D2-Rezeptoren. Die zugelassenen Indikationen lauten Parkinson-Krankheit und Restless-Legs-Syndrom. Das Team aus Lund testete Pramipexol nun als Add-on in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie an Patienten mit Major Depression, chronischer depressiver Verstimmung (Dysthymie) oder bipolarer Depression. Die Teilnehmenden wiesen erhöhte Werte auf der Snaith-Hamilton-Pleasure-Scale (SHAPS) auf. Die SHAPS ist ein validiertes Werkzeug zur Erfassung speziell der Anhedonie bei schizophrenen und depressiven Patienten.

Von den 85 Patienten, die über neun Wochen entweder Pramipexol oder Placebo erhielten, konnten 82 ausgewertet werden. Die Pramipexol-Dosis war individuell gewählt; sie wurde auftitriert und bei Bedarf wieder gesenkt, wenn Nebenwirkungen auftraten. Der primäre Endpunkt war eine Reduktion des SHAPS-Wertes. Dieser kann bei sehr stark ausgeprägter Anhedonie maximal 56 betragen. Zu Beginn der Intervention lagen die Probanden bei SHAPS-Werten zwischen 39 und 42.

Signifikante Verbesserung der Anhedonie

Am Ende des Interventionszeitraums war in der Pramipexol-Gruppe ein signifikant stärkerer Rückgang des SHAPS-Werts zu verzeichnen als in der Placebogruppe. Der Unterschied betrug durchschnittlich 4,04 Punkte. Weitere Analysen zeigten, dass die Patienten unter Pramipexol zudem mehr körperlich aktiv wurden und stärkere Reaktionen im Belohnungssystem des Gehirns (Corpus striatum) zeigten als unter Placebo. Die Verbesserungen blieben während einer sechsmonatigen Open-Label-Verlängerungsstudie bestehen.

Die Behandlung mit Pramipexol wurde generell gut vertragen. Zu den Nebenwirkungen, die unter Pramipexol häufiger auftraten als unter Placebo, zählten Schlafstörungen, Übelkeit, Benommenheit, Fatigue und Ängstlichkeit. Über Albträume wurden dagegen in der Placebogruppe häufiger berichtet als in der Verumgruppe.

Pramipexol könnte sich zur Augmentationsbehandlung bei Patienten mit Anhedonie eignen und sollte deshalb in weiteren Studien getestet werden, schlussfolgern die Autoren.

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