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Eröffnung Forschungsdatenzentrum (FDZ)
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»Paradigmenwechsel für Wissenschaft und Forschung«

Heute wurde das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) in Berlin eröffnet. Es soll künftig in großem Umfang Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken zur Verfügung stellen. Daten aus der elektronischen Patientenakte (ePA) sollen im kommenden Jahr eingebunden werden. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 09.10.2025  13:30 Uhr

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat heute mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), dem GKV-Spitzenverband und der Gesundheitsforschung offiziell das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ Gesundheit) eröffnet. Es soll erstmals in großem Umfang Daten von Versicherten der Forschung zur Verfügung stellen. Die Vertrauensstelle am Robert-Koch-Institut (RKI) übernimmt im Vorfeld die Pseudonymisierung beziehungsweise Anonymisierung aller Daten. 

»Daten können Leben retten. Mit dem FDZ Gesundheit schaffen wir eine zentrale Anlaufstelle für die Gesundheitsforschung in Deutschland mit bisher nicht verfügbaren Datensätzen unter Einhaltung höchster Datenschutzstandards«, sagte Warken. Sie seien die Grundlage für die systematische Erforschung langfristiger Auswirkungen auf die Gesundheit der Gesamtbevölkerung. Diese Forschung werde wertvolle Erkenntnisse liefern, etwa für zielgerichtetere Präventionsmaßnahmen, wirksamere Therapien oder eine schnellere Entwicklung innovativer und sicherer Arzneimittel. 

Der Zugang zu den Datensätzen kann grundsätzlich von allen Forschenden, zum Beispiel von Forschungseinrichtungen, Universitätskliniken, Politik und Krankenkassen, Biotechnologie- und Pharmaunternehmen, Start-ups, Patienten- und Verbraucherschutzverbänden, beantragt werden, informierte das Bundesgesundheitsministerium (BMG). Voraussetzung hierfür sei ein »erlaubter Nutzungszweck«. Die Forschung müsse der Verbesserung der Gesundheitsversorgung dienen. Die Daten werden ausschließlich in geschützten, zugangskontrollierten Analyseräumen zur Verfügung gestellt. Nur die Endergebnisse verlassen die sichere Verarbeitungsumgebung nach Prüfung durch die Mitarbeitenden am FDZ Gesundheit. Alle genehmigten Forschungsvorhaben sind in einem öffentlich einsehbaren Antragsregister dokumentiert.

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