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Arzneimittelversorgung

Ost und West gleichauf

30 Jahre nach dem Mauerfall im Herbst 1989 gibt es in der Qualität der Arzneimittelversorgung keine Unterschiede mehr zwischen Ost- und Westdeutschland. Das teilt die ABDA am heutigen Dienstag mit.
ABDA
29.10.2019
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Die Apothekendichte ist heutzutage laut ABDA im Osten mit 24 Apotheken pro 100.000 Einwohnern vergleichbar mit der im Westen (23). Im Jahr 1990 war die Apothekendichte im Westen mit 29 Apotheken pro 100.000 Einwohnern noch mehr als doppelt so hoch wie im Osten (13).

Im Gesundheitsverhalten – gemessen am Umgang mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln – lassen sich dagegen weiterhin deutliche Unterschiede erkennen: Im Osten werden relativ betrachtet mehr Grippeimpfstoffdosen, mehr Antidiabetika sowie mehr Verhütungsmittel an Frauen unter 20 Jahren auf Rezept abgegeben. Im Westen dagegen werden mehr Antibiotika und mehr individuelle Rezepturen für gesetzlich Versicherte verordnet und in Apotheken abgegeben.

Auffällig ist auch, dass in der Nachwendegeneration der 20- bis 30-Jährigen die Westdeutschen mehr Arzneimittel als die Ostdeutschen einnehmen, während sich dieses Verhältnis in ihrer Großelterngeneration der 70- bis 80-Jährigen umgekehrt darstellt. Diese Zahlen basieren auf Berechnungen durch das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) im Auftrag der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

»Drei Jahrzehnte nach friedlicher Revolution und Wiedervereinigung ist die Versorgung der Menschen mit Arzneimitteln gleichermaßen gut in Ost und West«, sagt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. »Auch wenn das Versorgungsnetz allmählich ausdünnt, garantieren die Apotheken doch immer noch eine flächendeckende Arzneimittelversorgung. Nacht- und Notdienst, Rezeptsammelstellen und Botendienste sind drei Beispiele dafür, wie die Versorgung gesichert wird.«

Schmidt weiter: »Bei der Anwendung von Impfstoffen, Antibiotika oder Antidiabetika gibt es allerdings immer noch große Unterschiede. Demografie und abweichende Krankheitsprofile sind nicht die einzigen Gründe für diesen Unterschied. Hier wirkt auch immer noch die Sozialisation aus unterschiedlichen Gesundheitssystemen nach. Entscheidend ist aber, dass jeder Patient überall gleich gut versorgt wird. Das muss der Anspruch unserer Gesellschaft an ein solidarisches Gesundheitswesen bleiben.«

 

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