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Tumorpatienten
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Orale Therapie sicher gestalten

Eine orale Tumortherapie kann zwar den Alltag der Patienten erleichtern, birgt aber auch viele Herausforderungen. Dazu gehören die korrekte Einnahme sowie der Umgang mit Nebenwirkungen und Interaktionen. Wie kann das Apothekenteam die Patienten unterstützen?
AutorKontaktWolfgang Fehrmann
AutorKontaktUlrich Jaehde
Datum 16.11.2023  11:00 Uhr

Forschungsprojekte

In Forschungsprojekten wird untersucht, ob eine intensivierte interprofessionelle AMTS-Betreuung einen Nutzen für Patienten mit oraler Tumortherapie bringt. In der randomisierten kontrollierten AMBORA-Studie am Comprehensive Cancer Center (CCC) Erlangen erhielten die Patienten in der Interventionsgruppe eine zusätzliche klinisch-pharmazeutische/pharmakologische Therapiebegleitung (14). Diese beinhaltete neben einem umfassenden Medikations- und Nebenwirkungsmanagement auch eine Adhärenzförderung und Schulung zur Therapie. Die Anzahl schwerwiegender unerwünschter Arzneimittelwirkungen war in der Interventionsgruppe um 46Prozent niedriger als in der Gruppe, die nur die Routineversorgung erhielt. Besonders die Inzidenz von Neutropenie, Lymphozytopenie, Hypertonie und oraler Mucositis nahm deutlich ab (14).

Aufgrund des Erfolgs dieses und anderer regionaler Projekte wurde eine Maßnahme zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) bei Patienten mit oraler Tumortherapie in den 5. Aktionsplan AMTS aufgenommen (15). Das daraus entstandene SafetyFIRST-Projekt (Sicherheitsnetz für die orale Tumortherapie) ist im Gegensatz zu vorhergehenden Projekten eine überregionale Studie, die den Effekt einer intensivierten interprofessionellen AMTS-Betreuung im ambulanten Klinikbereich und im niedergelassenen Bereich untersucht. An der Studie nehmen deshalb neben zwölf Kliniken auch zwölf onkologische Praxen teil – jeweils im Tandem mit der Klinikapotheke oder einer öffentlichen Apotheke. Dabei soll unter anderem der Effekt der zusätzlichen Betreuung auf schwerwiegende Nebenwirkungen, ungeplante Krankenhausaufenthalte, Therapieabbrüche und Mortalität untersucht werden. Das Projekt ist im April 2023 gestartet und läuft drei Jahre. Ab Januar 2024 werden Patienten rekrutiert (17).

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