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PZ Nachrichten

Datum 26.04.1999  00:00 Uhr
PZ Pharmazeutische Zeitung Govi-Verlag PZ +++ Nachrichten +++   27.04. Keine Änderung am Reform-Zeitplan
dpa. Die Bundesregierung will an dem vereinbarten Zeitplan für die Gesundheitsreform zum 1. Januar 2000 festhalten. Dies erklärten übereinstimmend der Sozialexperte der SPD, Rudolf Dreßler, und der Fraktionschef der Grünen, Rezzo Schlauch, am Montag abend nach einem Spitzengespräch im Bonner Bundeskanzleramt. An dem Treffen bei Kanzler Gerhard Schröder hatte auch Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) teilgenommen. Da von SPD-Seite noch Diskussionsbedarf insbesondere zur Krankenhausfinanzierung angemeldet worden war, vereinbarten beide Seiten, daß der Referentenentwurf für die Gesundheitsreform erst Ende Mai und damit zwei Wochen später als geplant vorgelegt werden soll. Zuvor war von SPD-Seite der Wunsch geäußert worden, die Reform um ein halbes Jahr zu verschieben. Die Bundesgesundheitsministerin wird nun am Freitag dieser Woche einen Arbeitsentwurf für das Gesetzespaket vorlegen.

26.04. Vitamin E hemmt Proteinkinase-C
PZ. Alpha-Tocopherol könnte nach topischer Applikation vor Hautalterung schützen. Dies folgern Professor Dr. Angelo Azzi und Dr. Roberta Ricciarelli von der Universität Bern aus einer Arbeit zum Einfluß von Tocopherol auf die menschliche Proteinkinase-C. Mit dem Alter und durch Umwelteinflüsse wie Oxidationsmittel, erhöhte Blutglucose oder Tumorpromotoren nehmen die Expression und Aktivität von Proteinkinase-C in Hautfibroblasten zu. Parallel steigt die Expression der Kollagenase MMP-1, "die das Kollagen der Haut verdaut", erläuterte Azzi bei der Verleihung des Optovit Hautforschungspreises der Hermes Arzneimittel GmbH am 23. April in München. "Wir haben über vierzig Gene gefunden, deren Expression durch alpha-Tocopherol beeinflußt wird." Für die Einnahme des antioxidativ wirksamen Vitamins hatte Azzi eine Faustregel parat: Alter x 5 = Tagesdosis Vitamin E in mg.

26.04. BKK: Vergleichslisten für Medizin
PZ. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen und die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) fordern die Erstellung und Veröffentlichung vergleichender Informationen zur Qualität medizinischer Leistungen. Verglichen werden soll die Qualität  von  Ärzten, Krankenhäusern, Pflegediensten, Arznei-, Heil und Hilfsmitteln. Außerdem solle das ärztliche Werbeverbot aufgehoben werden, verlangte der Vorstandsvorsitzenden des BKK-Bundesverbandes, Wolfgang Schmeinck, bei einem Symposium des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der Krankenversicherung in Bonn. Es behindere eine "Orientierung der Versicherten im Gesundheitswesen" und damit die von der Bundesregierung angekündigte Stärkung der Patientenrechte. Notwendig sei vor allem eine anbieterneutrale Beratung der Patienten und Versicherten, machte Christoph Kranich von der Hamburger Verbraucherzentrale deutlich. Die bisherigen Akteure im Gesundheitswesen könnten diese nicht gewährleisten. Medizinischer Dienst wie auch Verbraucherzentralen und Selbsthilfegruppen machen sich deshalb für ein flächendeckendes Netz von Beratungs- und Beschwerdestellen stark. Es soll aus Mitteln der Krankenkassen, des Bundes und der Länder finanziert werden. Die AgV veranschlagt die dafür anfallenden jährlichen Kosten mit 100 Millionen DM pro Jahr.

26.04. Johanniskraut für Alkoholkranke
dpa. Alkoholkranke, depressive Patienten können erfolgreich mit Johanniskraut behandelt werden. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Studie der Hans-Prinzhorn-Klinik in Hemer. Ärzte der Klinik hatten über zwei Jahre etwa 100 Patienten beobachtet, die zugleich unter Depressionen und Alkoholsucht litten. Eine "deutliche Besserung" ihrer Krankheit erfuhren die Patienten nach sechs Wochen stationärer Behandlung, hieß es. Auf einem zweitägigen Symposium diskutieren Experten den Einsatz pflanzlicher Medikamente wie Johanniskraut, Ginkgo oder Kava-Kava bei Depressionen, Angst- und Schlafstörungen. Derzeit spielen diese Medikamente in der Krankenhausbehandlung nach Angaben des Klinikleiters in Hemer, Professor dr. Ulrich Trenckmann, nur eine kleine Rolle.

23.04. Cottbus: Apothekerprotest gegen Budget
dpa. Mit einer Volksinitiative protestieren Cottbuser Apotheker und Ärzte gegen die zunehmende Benachteiligung der Bevölkerung in der medizinischen Betreuung und Versorgung. Im Land Brandenburg stünden jedem Versicherten für Arznei- und Heilmittel 61 Mark weniger zur Verfügung als im Bundesdurchschnitt, erklärte Ernst-Uwe Mann von der Landesapothekerkammer Brandenburg am Donnerstag. Die vom Sozialministerium in Potsdam vorgegebene Ausgabenobergrenze zwinge die Vertragsärzte zu einem strengen Sparkurs. Deshalb fordere die Volksinitiative von der Landesregierung, das Arznei- und Heilmittelbudget zu erhöhen. In den Apotheken und Praxen lägen Unterschriftenlisten aus, die an das Sozialministerium gegeben werden sollen.

23.04. Milch hält ausgeschlagene Zähne frisch
dpa. Ausgeschlagene Zähne überleben länger in Milch. Eingelegt in H-Milch blieben sie einen ganzen Tag lang frisch, stellten australische Forscher der Universität Queensland fest. Deshalb solle haltbare Milch Teil der Erste Hilfe Sets in Schulen und beim Sport werden, sagte Professor Dr. Laurence Walsh am Freitag der australischen Nachrichtenagentur AAP. Proteine und antibakterielle Stoffe hielten die Zähne am Leben, die ohne Schutz bereits nach 15 Minuten sterben.

23.04. Zu viele unbehandelte Allergiker
dpa. Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) warnt davor, Allergien auf die leichte Schulter zu nehmen. Allergien gehörten mittlerweile zu den verbreitetsten Volkskrankheiten. Viele Menschen glaubten fälschlicherweise, sie müßten die Beschwerden "als naturgegeben hinnehmen", erklärte DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz am Donnerstag. Rund 23 Prozent der Bundesbürger in den alten und 17 Prozent der Bürger in den neuen Bundesländern leiden an Allergien. Aber 33 Prozent von ihnen, überwiegend Männer und unter 30jährige, haben sich deswegen noch nie behandeln lassen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts unter 1.000 Allergikern im Auftrag der DAK. Nur 21 Prozent der Befragten lassen sich danach derzeit ärztlich behandeln. Fast jeder zweite (46 Prozent) war wegen des Leidens allerdings schon einmal beim Arzt. Probleme bereiten Allergikern nach der DAK-Umfrage vor allem Pollen. Rund 49 Prozent von ihnen reagierten darauf.

22.04. Mifegyne nicht in Apotheken
PZ. Die Abtreibungspille Mifegyne soll direkt an den Arzt geliefert werden. Nach einem Gesetzentwurf der Bundesregierung dürfen Arzneimittel zum Schwangerschaftsabbruch künftig nicht mehr über den Großhandel und die Apotheke an den Arzt abgegeben werden, sondern müssen direkt vom Hersteller an das jeweilige Krankenhaus oder die Arztpraxis geliefert werden. Das Kabinett beschloß diese Änderung des Arzneimittelgesetzes im Hinblick auf die Zulassung der Abtreibungspille Mifegyne (früher RU 486). Die Arzneimittelpackungen müssen laufend durchnummeriert sein. Die Verschreibung, aber auch die Abgabe durch den Hersteller, der Empfang und die Anwendung des Mittels durch den Arzt müssen nach dem Gesetzentwurf lückenlos dokumentiert werden. Übertretungen sollen in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden. Das Gesetz soll zeitgleich mit der Entscheidung über die Zulassung von Mifegyne - voraussichtlich im Juli dieses Jahres - in Kraft treten.

21.04. Bündnis für Gesundheit in Bayern
dpa. Ein breit angelegtes "Bündnis für Gesundheit Bayern" will sich für die Erhaltung der medizinischen Qualität bei der Patientenversorgung einsetzen. Zu dem bundesweit einmaligen Bündnis gehören zahlreiche Organisationen im Gesundheitswesen: die Ärzte- und Apothekerkammern, die Verbände für Heilberufe und die Berufsverbände von Helferinnen und Angestellten. Gemeinsam wollen sie in allen Arztpraxen für die "weltweit anerkannte hochwertige Versorgung" des deutschen Gesundheitswesen eine Informationskampagne einleiten, sagte Lothar Wittek, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), am Mittwoch in München. Das Bündnis wehre sich gegen geplante massive Eingriffe in das "bewährte Gesundheitswesen" durch die rot-grüne Bundesregierung. Nach Witteks Angaben drohten vor allem im ambulanten ärztlichen und zahnärztlichen Bereich drastische Kürzungen und Leistungseinschränkungen für alle Patienten. Wittek: "Wir wollen das Niveau unseres Gesundheitswesens sichern." Als Motto für Informationsbroschüren und Plakate legte sich das Bündnis auf diese Formulierung fest: "Das paßt uns nicht! Frau Bundesgesundheitsministerin, bitte sparen Sie nicht an der Gesundheit unserer Mitbürger."

21.04. Mehr HIV-Infektionen in Asien
dpa. Die Immunschwächekrankheit Aids breitet sich in Asien immer weiter aus. So wird die Zahl der HIV-Infektionen in Thailand auf rund 800.000 geschätzt. 109.000 Menschen seien an Aids erkrankt, 30.000 von ihnen bereits gestorben. "In der Zukunft wird die Zahl der Todesfälle steigen", erklärte das Gesundheitsministerium am Mittwoch. Teure Medikamente, die den Ausbruch der Erkrankung verzögern können, stünden kaum zur Verfügung. Die indische Armee hält Aids in ihren eigenen Reihen für eine schlimmere Bedrohung als Atomwaffen. In einem Handbuch, das die Militär-Universitätsklinik in Puna herausgab, heißt es, mindestens 6000 Soldaten seien infiziert. Schon in wenigen Jahren könnte die Zahl auf 20.000 ansteigen, berichtete die Zeitung "Times of India" am Mittwoch. Indien hat 980 Millionen Einwohner, die Zahl der Aidsinfizierten wird auf vier bis acht Millionen geschätzt.

21.04. Madaus und Schwarz kooperieren
dpa. Die beiden Pharmafirmen Madaus AG in Köln und Schwarz-Pharma AG in Monheim haben am Mittwoch in Köln einen Vertrag über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für urologische Medikamente unterzeichnet. Wie die beiden Unternehmen berichteten, hatte das Bundeskartellamt zuvor grünes Licht für die Kooperation gegeben. Madaus und Schwarz-Pharma sind je zur Hälfte an der Neugründung Hoyer-Madaus GmbH & Co.KG mit Sitz in Monheim beteiligt. Beide Unternehmen hatten im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Urologie-Umsatz von insgesamt 70 Millionen DM. Der Geschäftsführer des neuen Gemeinschaftsunternehmens, Karl-Heinz Lüninghöner, schätzt, daß 1999 eine Umsatzsteigerung von fünf bis acht Prozent erreicht werden könne. Mit dem Kooperationsabkommen werde die Hoyer-Madaus GmbH & Co.KG "unter die Top-Zwei in Deutschland in diesem Markt kommen", erklärte Madaus-Vorstandsmitglied Gunther Niederheide. An erster Stelle komme die japanische Firma Takeda, und die britische Firma Zeneca sowie das neue Joint Venture von Madaus/Schwarz-Pharma lägen etwa gleichauf an zweiter Stelle vor Hoechst an dritter Stelle. "Der Urologiemarkt ist ein Wachstumsmarkt", betonten Madaus und Schwarz-Pharma in einer gemeinsamen Presseerklärung. "Allein im vergangenen Jahr wurden in der Bundesrepublik Medikamente zu den Indikationen Harninkontinenz und erektile Dysfunktionen in Höhe von 800 Millionen DM verkauft. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr."
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