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| 26.04.1999 00:00 Uhr |
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27.04.
Keine Änderung am Reform-Zeitplan26.04.
Vitamin E hemmt Proteinkinase-C
PZ. Alpha-Tocopherol könnte nach topischer Applikation vor Hautalterung
schützen. Dies folgern Professor Dr. Angelo Azzi und Dr. Roberta Ricciarelli von der
Universität Bern aus einer Arbeit zum Einfluß von Tocopherol auf die menschliche
Proteinkinase-C. Mit dem Alter und durch Umwelteinflüsse wie Oxidationsmittel, erhöhte
Blutglucose oder Tumorpromotoren nehmen die Expression und Aktivität von Proteinkinase-C
in Hautfibroblasten zu. Parallel steigt die Expression der Kollagenase MMP-1, "die
das Kollagen der Haut verdaut", erläuterte Azzi bei der Verleihung des Optovit
Hautforschungspreises der Hermes Arzneimittel GmbH am 23. April in München. "Wir
haben über vierzig Gene gefunden, deren Expression durch alpha-Tocopherol beeinflußt
wird." Für die Einnahme des antioxidativ wirksamen Vitamins hatte Azzi eine
Faustregel parat: Alter x 5 = Tagesdosis Vitamin E in mg.
26.04. BKK: Vergleichslisten für
Medizin
PZ. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen und die
Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) fordern die Erstellung und
Veröffentlichung vergleichender Informationen zur Qualität medizinischer Leistungen.
Verglichen werden soll die Qualität von Ärzten, Krankenhäusern,
Pflegediensten, Arznei-, Heil und Hilfsmitteln. Außerdem solle das ärztliche Werbeverbot
aufgehoben werden, verlangte der Vorstandsvorsitzenden des BKK-Bundesverbandes, Wolfgang
Schmeinck, bei einem Symposium des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände der
Krankenversicherung in Bonn. Es behindere eine "Orientierung der Versicherten im
Gesundheitswesen" und damit die von der Bundesregierung angekündigte Stärkung der
Patientenrechte. Notwendig sei vor allem eine anbieterneutrale Beratung der Patienten und
Versicherten, machte Christoph Kranich von der Hamburger Verbraucherzentrale deutlich. Die
bisherigen Akteure im Gesundheitswesen könnten diese nicht gewährleisten. Medizinischer
Dienst wie auch Verbraucherzentralen und Selbsthilfegruppen machen sich deshalb für ein
flächendeckendes Netz von Beratungs- und Beschwerdestellen stark. Es soll aus Mitteln der
Krankenkassen, des Bundes und der Länder finanziert werden. Die AgV veranschlagt die
dafür anfallenden jährlichen Kosten mit 100 Millionen DM pro Jahr.
26.04. Johanniskraut für
Alkoholkranke
dpa. Alkoholkranke, depressive Patienten können erfolgreich mit
Johanniskraut behandelt werden. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Studie der
Hans-Prinzhorn-Klinik in Hemer. Ärzte der Klinik hatten über zwei Jahre etwa 100
Patienten beobachtet, die zugleich unter Depressionen und Alkoholsucht litten. Eine
"deutliche Besserung" ihrer Krankheit erfuhren die Patienten nach sechs Wochen
stationärer Behandlung, hieß es. Auf einem zweitägigen Symposium diskutieren Experten
den Einsatz pflanzlicher Medikamente wie Johanniskraut, Ginkgo oder Kava-Kava bei
Depressionen, Angst- und Schlafstörungen. Derzeit spielen diese Medikamente in der
Krankenhausbehandlung nach Angaben des Klinikleiters in Hemer, Professor dr. Ulrich
Trenckmann, nur eine kleine Rolle.
23.04. Cottbus: Apothekerprotest
gegen Budget
dpa. Mit einer Volksinitiative protestieren Cottbuser Apotheker
und Ärzte gegen die zunehmende Benachteiligung der Bevölkerung in der medizinischen
Betreuung und Versorgung. Im Land Brandenburg stünden jedem Versicherten für Arznei- und
Heilmittel 61 Mark weniger zur Verfügung als im Bundesdurchschnitt, erklärte Ernst-Uwe
Mann von der Landesapothekerkammer Brandenburg am Donnerstag. Die vom Sozialministerium in
Potsdam vorgegebene Ausgabenobergrenze zwinge die Vertragsärzte zu einem strengen
Sparkurs. Deshalb fordere die Volksinitiative von der Landesregierung, das Arznei- und
Heilmittelbudget zu erhöhen. In den Apotheken und Praxen lägen Unterschriftenlisten aus,
die an das Sozialministerium gegeben werden sollen.
23.04. Milch hält ausgeschlagene
Zähne frisch
dpa. Ausgeschlagene Zähne überleben länger in Milch.
Eingelegt in H-Milch blieben sie einen ganzen Tag lang frisch, stellten australische
Forscher der Universität Queensland fest. Deshalb solle haltbare Milch Teil der Erste
Hilfe Sets in Schulen und beim Sport werden, sagte Professor Dr. Laurence Walsh am Freitag
der australischen Nachrichtenagentur AAP. Proteine und antibakterielle Stoffe hielten die
Zähne am Leben, die ohne Schutz bereits nach 15 Minuten sterben.
23.04. Zu viele unbehandelte
Allergiker
dpa. Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) warnt
davor, Allergien auf die leichte Schulter zu nehmen. Allergien gehörten mittlerweile zu
den verbreitetsten Volkskrankheiten. Viele Menschen glaubten fälschlicherweise, sie
müßten die Beschwerden "als naturgegeben hinnehmen", erklärte DAK-Sprecher
Jörg Bodanowitz am Donnerstag. Rund 23 Prozent der Bundesbürger in den alten und 17
Prozent der Bürger in den neuen Bundesländern leiden an Allergien. Aber 33 Prozent von
ihnen, überwiegend Männer und unter 30jährige, haben sich deswegen noch nie behandeln
lassen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts unter
1.000 Allergikern im Auftrag der DAK. Nur 21 Prozent der Befragten lassen sich danach
derzeit ärztlich behandeln. Fast jeder zweite (46 Prozent) war wegen des Leidens
allerdings schon einmal beim Arzt. Probleme bereiten Allergikern nach der DAK-Umfrage vor
allem Pollen. Rund 49 Prozent von ihnen reagierten darauf.
22.04. Mifegyne nicht in Apotheken
PZ. Die Abtreibungspille Mifegyne soll direkt an den Arzt
geliefert werden. Nach einem Gesetzentwurf der Bundesregierung dürfen Arzneimittel zum
Schwangerschaftsabbruch künftig nicht mehr über den Großhandel und die Apotheke an den
Arzt abgegeben werden, sondern müssen direkt vom Hersteller an das jeweilige Krankenhaus
oder die Arztpraxis geliefert werden. Das Kabinett beschloß diese Änderung des
Arzneimittelgesetzes im Hinblick auf die Zulassung der Abtreibungspille Mifegyne (früher
RU 486). Die Arzneimittelpackungen müssen laufend durchnummeriert sein. Die
Verschreibung, aber auch die Abgabe durch den Hersteller, der Empfang und die Anwendung
des Mittels durch den Arzt müssen nach dem Gesetzentwurf lückenlos dokumentiert werden.
Übertretungen sollen in schweren Fällen mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren
geahndet werden. Das Gesetz soll zeitgleich mit der Entscheidung über die Zulassung von
Mifegyne - voraussichtlich im Juli dieses Jahres - in Kraft treten.
21.04. Bündnis für Gesundheit in
Bayern
dpa. Ein breit angelegtes "Bündnis für Gesundheit
Bayern" will sich für die Erhaltung der medizinischen Qualität bei der
Patientenversorgung einsetzen. Zu dem bundesweit einmaligen Bündnis gehören zahlreiche
Organisationen im Gesundheitswesen: die Ärzte- und Apothekerkammern, die Verbände für
Heilberufe und die Berufsverbände von Helferinnen und Angestellten. Gemeinsam wollen sie
in allen Arztpraxen für die "weltweit anerkannte hochwertige Versorgung" des
deutschen Gesundheitswesen eine Informationskampagne einleiten, sagte Lothar Wittek, der
Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), am Mittwoch in München. Das
Bündnis wehre sich gegen geplante massive Eingriffe in das "bewährte
Gesundheitswesen" durch die rot-grüne Bundesregierung. Nach Witteks Angaben drohten
vor allem im ambulanten ärztlichen und zahnärztlichen Bereich drastische Kürzungen und
Leistungseinschränkungen für alle Patienten. Wittek: "Wir wollen das Niveau unseres
Gesundheitswesens sichern." Als Motto für Informationsbroschüren und Plakate legte
sich das Bündnis auf diese Formulierung fest: "Das paßt uns nicht! Frau
Bundesgesundheitsministerin, bitte sparen Sie nicht an der Gesundheit unserer
Mitbürger."
21.04. Mehr HIV-Infektionen in
Asien
dpa. Die Immunschwächekrankheit Aids breitet sich in Asien
immer weiter aus. So wird die Zahl der HIV-Infektionen in Thailand auf rund 800.000
geschätzt. 109.000 Menschen seien an Aids erkrankt, 30.000 von ihnen bereits gestorben.
"In der Zukunft wird die Zahl der Todesfälle steigen", erklärte das
Gesundheitsministerium am Mittwoch. Teure Medikamente, die den Ausbruch der Erkrankung
verzögern können, stünden kaum zur Verfügung. Die indische Armee hält Aids in ihren
eigenen Reihen für eine schlimmere Bedrohung als Atomwaffen. In einem Handbuch, das die
Militär-Universitätsklinik in Puna herausgab, heißt es, mindestens 6000 Soldaten seien
infiziert. Schon in wenigen Jahren könnte die Zahl auf 20.000 ansteigen, berichtete die
Zeitung "Times of India" am Mittwoch. Indien hat 980 Millionen Einwohner, die
Zahl der Aidsinfizierten wird auf vier bis acht Millionen geschätzt.
21.04. Madaus und Schwarz
kooperieren
dpa. Die beiden Pharmafirmen Madaus AG in Köln und
Schwarz-Pharma AG in Monheim haben am Mittwoch in Köln einen Vertrag über die Gründung
eines Gemeinschaftsunternehmens für urologische Medikamente unterzeichnet. Wie die beiden
Unternehmen berichteten, hatte das Bundeskartellamt zuvor grünes Licht für die
Kooperation gegeben. Madaus und Schwarz-Pharma sind je zur Hälfte an der Neugründung
Hoyer-Madaus GmbH & Co.KG mit Sitz in Monheim beteiligt. Beide Unternehmen hatten im
vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Urologie-Umsatz von insgesamt 70 Millionen DM.
Der Geschäftsführer des neuen Gemeinschaftsunternehmens, Karl-Heinz Lüninghöner,
schätzt, daß 1999 eine Umsatzsteigerung von fünf bis acht Prozent erreicht werden
könne. Mit dem Kooperationsabkommen werde die Hoyer-Madaus GmbH & Co.KG "unter
die Top-Zwei in Deutschland in diesem Markt kommen", erklärte
Madaus-Vorstandsmitglied Gunther Niederheide. An erster Stelle komme die japanische Firma
Takeda, und die britische Firma Zeneca sowie das neue Joint Venture von
Madaus/Schwarz-Pharma lägen etwa gleichauf an zweiter Stelle vor Hoechst an dritter
Stelle. "Der Urologiemarkt ist ein Wachstumsmarkt", betonten Madaus und
Schwarz-Pharma in einer gemeinsamen Presseerklärung. "Allein im vergangenen Jahr
wurden in der Bundesrepublik Medikamente zu den Indikationen Harninkontinenz und erektile
Dysfunktionen in Höhe von 800 Millionen DM verkauft. Das waren 13 Prozent mehr als im
Vorjahr."
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