Würden die Präparate von unterschiedlichen Apotheken bezogen, könnten zusätzliche Schnittstellen und damit potenzielle Fehlerquellen entstehen, kritisiert der Verband weiter. So können etwa Infusionsbeutel, Anschlusssysteme oder Verpackungen variieren, obwohl die Patienten nach demselben Behandlungsschema versorgt werden. Auch steige das Risiko von Verwechslungen. »Schon bei den früheren Ausschreibungen hat sich gezeigt, wie störanfällig die Versorgung werden kann, wenn diese Abläufe nicht mehr zuverlässig funktionieren. Dass dieses Modell nun zurückkehren soll, bereitet uns große Sorge«, warnt der BNHO-Vorstandsvorsitzende Thomas Illmer.
Dass mit den Plänen zusätzlich Geld gespart werden kann, bezweifeln die Onkologen obendrein. Vielmehr befürchten sie, dass der Fokus zu stark auf möglichen Rabatten durch Ausschreibungen liege. Außerdem blende man die zusätzlichen Kosten aus, die durch mehr organisatorischen Aufwand, Lieferprobleme und die Vernichtung nicht mehr verwendbarer Krebsmedikamente entstehen könnten. Die Pläne der Bundesregierung stellten die bewährte Zusammenarbeit zwischen onkologischen Praxen und Apotheken infrage, heißt es. Es gebe keinen Grund, ein funktionierendes System durch Ausschreibungen zu ersetzen. Daher sollten die Pläne, Zytostatika-Ausschreibungen wieder einzuführen, gestrichen werden, fordert der Verband.