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NSAR

Nierenprobleme auch bei Jüngeren beobachtet

Hohe Dosierungen nicht steroidaler Antirheumatika (NSAR) erhöhen auch bei gelegentlicher Einnahme das Risiko für akute und chronische Nierenerkrankungen bei jungen Menschen. Zu diesem Schluss kommen die Autoren einer Kohortenstudie mit den Daten von mehr als 750.000 US-Soldaten.
Daniela Hüttemann
18.02.2019
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Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen und Naproxen können sich bei regelmäßiger Einnahme negativ auf die Nierenfunktion auswirken. Sie schränken die Durchblutung der Niere ein und können auch direkt zytotoxisch wirken. Die meisten der bislang durchgeführten Studien zu dem Thema betreffen ältere Patienten, häufig mit chronischen Erkrankungen. Wie aber wirkt sich die gelegentliche oder regelmäßige Schmerzmitteleinnahme auf jüngere, ansonsten gesunde Menschen aus?

Das wollten Forscher um Dr. D. Alan Nelson von der kalifornischen Stanford University herausfinden und analysierten dazu die Daten von 764.228 aktiven US-Soldaten (85,8 Prozent Männer) im Durchschnittsalter von 27 Jahren. 65,8 Prozent der Soldaten hatten innerhalb der letzten sechs Monate keine NSAR verordnet bekommen; 17,9 Prozent hatten eine bis sieben Tagesdosen pro Monat bekommen und 16,3 Prozent nahmen mehr als sieben definierte Tagesdosen (DDD) pro Monat ein.

2356 aller ausgewerteten Personen erlitten im Beobachtungszeitraum von drei Jahren eine akute Nierenerkrankung. Das entspricht 0,3 Prozent. 1634 Soldaten erhielten die Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung (0,2 Prozent). Die Forscher stellten dabei fest, dass die Probanden mit der höchsten NSAR-Dosis ein signifikant erhöhtes Risiko für eine akute oder chronische Nierenerkrankung hatten. Das relative Risiko stieg um 20 Prozent im Vergleich zu keiner NSAR-Einnahme. Es kam zu 17,6 mehr akuten Nierenproblemen pro 100.000 Personenjahre unter NSAR-Einnahme sowie zu 30,0 zusätzlichen Fällen chronischer Nierenerkrankungen pro 100.000 Personenjahre, schreiben die Forscher im Fachjournal »JAMA Network Open«.

Die Autoren weisen verordnende Ärzte auf dieses beobachtete leicht erhöhte Risiko hin. Sie empfehlen, bei Schmerzen und Entzündungen die niedrigst mögliche NSAR-Dosis zu verordnen.

DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2018.7896

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