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Langsamer altern
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Nicht die Diät zählt, sondern die Ernährungsqualität

Wer sich gesund ernährt, könnte biologisch langsamer altern. Dabei kommt es offenbar weniger auf ein bestimmtes Ernährungskonzept an als auf die Qualität der Ernährung insgesamt.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 15.10.2026  11:00 Uhr

Nach Schätzungen der Global Burden of Disease Study gehen weltweit jährlich rund 11 Millionen Todesfälle auf ungesunde Ernährung zurück. Eine gesunde Ernährung dagegen fördert gesundes Altern und beugt chronischen Erkrankungen vor. Doch welche Ernährungsweise dafür am besten geeignet ist, wird seit Jahren diskutiert.

Eine in »Nature Communications« veröffentlichte Beobachtungsstudie auf Basis zweier großer deutscher Kohortenstudien kommt zu dem Schluss, dass es offenbar nicht die eine optimale Ernährungsform gibt. Mediterrane, pflanzenbasierte, nordische und DASH-orientierte Ernährungsweisen waren jeweils mit einem langsameren biologischen Altern assoziiert. Obwohl die einzelnen Ernährungsmuster mit unterschiedlichen DNA-Methylierungsmustern verbunden waren, wirkten sie offenbar auf ähnliche biologische Signalwege.

Für die Studie wertete die Arbeitsgruppe um Juliana F. Tavares und Dan Liu vom German Centre for Neurodegenerative Diseases die Daten von 6470 Teilnehmenden der Rheinland-Studie aus und überprüfte die Ergebnisse anschließend in der EPIC-Potsdam-Studie mit rund 1000 weiteren Teilnehmenden.

Mediterran, nordisch oder pflanzenbasiert

Anders als vermutet wurden die Probanden nicht danach gefragt, ob sie sich mediterran, nordisch oder pflanzenbasiert ernähren. Stattdessen erfassten die Forschenden die tatsächlich verzehrten Lebensmittel und berechneten daraus zehn etablierte Ernährungsscores, die die Übereinstimmung mit unterschiedlichen gesunden Ernährungsmustern abbilden. Dazu gehörten unter anderem verschiedene mediterrane Ernährungsformen, die DASH-Diät, pflanzenbasierte Ernährungsweisen und die nordische Ernährung.

Doch was bedeutete gesund? Punkte gab es beispielsweise für den Verzehr von Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten oder Fisch. Punktabzug gab es je nach Score unter anderem für stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker sowie rotes oder verarbeitetes Fleisch.

Anschließend untersuchten die Forschenden, ob eine laut Score höhere Ernährungsqualität mit einem geringeren biologischen Alter einhergeht. Hierfür nutzten sie DNA-Methylierungsmuster sowie weitere etablierte Marker des biologischen Alterns.

Die Qualität der Ernährung zählt

Die verschiedenen Ernährungsmuster waren jeweils mit eigenen Methylierungsprofilen verknüpft. Trotz der unterschiedlichen molekularen Veränderungen wurden jedoch weitgehend dieselben biologischen Signalwege beeinflusst.

Dazu passt ein weiterer Befund der Studie: Die Teilnehmenden mit den höchsten Werten in einem Ernährungsscore gehörten häufig nicht gleichzeitig bei anderen Scores zur Spitzengruppe. Wer sich beispielsweise stark an den Prinzipien einer mediterranen Ernährung orientierte, erzielte also nicht automatisch auch hohe Werte bei einer nordischen oder anderen Ernährungsweise.

Dies widerspricht der Annahme, dass es nur die »eine« optimale Ernährungsform gibt. Vielmehr deuten die Ergebnisse darauf hin, dass unterschiedliche Ernährungsweisen als gesund bewertet werden und zu ähnlichen biologischen Effekten führen können.

Nach Ansicht der Autoren kommt es daher möglicherweise weniger auf ein bestimmtes Ernährungskonzept als auf die Qualität der Ernährung insgesamt an. Gesunde Ernährung lässt offenbar Spielraum für individuelle Vorlieben, kulturelle Prägungen und unterschiedliche Lebensstile, ohne dass dabei die positiven Effekte auf die Gesundheit verloren gehen.

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