| Daniela Hüttemann |
| 24.02.2026 18:00 Uhr |
Pharmasuisse hat drei pharmazeutische Dienstleistungen für Patienten mit chronischen Erkrankungen unter dem Oberbegriff »myCare« entwickelt:
Die Dienstleistung myCare Start umfasst zwei Termine nach der Erstabgabe mit der üblichen Beratung bei Neuverordnung eines Medikaments gegen eine chronische Erkrankung. Für diese sogenannten Nachsorge-Konsultationen, die auch telefonisch stattfinden können, sind jeweils rund zehn Minuten veranschlagt.
Der erste Termin soll ein bis zwei Wochen nach der Erstabgabe erfolgen, der zweite Termin weitere zwei bis drei Wochen später. Es gehe vor allem darum, zu erfragen, ob und wie der Patient mit seinem neuen Medikament zurecht kommt, um die Therapietreue zu fördern, erläuterte Allemann, klinischer Apotheker und Assistenzprofessor für Pharmaceutical Care an der Universität Basel.
Bereits 2018 startete eine Machbarkeitsstudie mit zehn Apotheken in verschiedenen Kantonen. Dort wurde der New Medicine Service 160 Patientinnen und Patienten angeboten und letztlich 52-mal durchgeführt. Zu den häufigsten Indikationen zählten Krankheiten des Kreislauf- oder Nervensystems, psychische und Verhaltensstörungen sowie Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes, berichtete Allemann. Der Zeitaufwand blieb im erwarteten Rahmen. Meist konnte den Patienten auch ohne Rücksprache mit dem Arzt weitergeholfen werden.
Bei der ersten Nachsorge-Konsultation hatten 11 Prozent ihr neues Medikament noch nicht angewendet. 19 Prozent hatten bereits eine Dosis ausgelassen. Beim zweiten Gespräch stellten die teilnehmenden Apotheken fest, dass nur zwei Drittel der Patienten ihre neue Therapie auch fortgesetzt hatten. Die Apotheker erfragten die Gründe und versuchten, Lösungen zu finden.
»Eine Befragung zeigte, dass die Patienten mit dieser Form der Betreuung zufrieden waren und die Möglichkeit, Probleme mit der Medikation anzusprechen, gut fanden«, so Allemann. 58,3 Prozent bejahten, dass der Apotheker ihnen geholfen habe, Lösungen für die Schwierigkeiten zu finden, die vom Patienten angesprochen wurden (25,0 Prozent bejahten dies zum Teil, 16,7 Prozent verneinten).