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Fruquintinib
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Neuer Kinasehemmer bei Darmkrebs

Der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor-Rezeptor VEGFR ist ein bekanntes Target bei Tumorerkrankungen. Mit Fruquintinib kam nun ein neuer Tyrosinkinase-Hemmer auf den Markt, der es adressiert.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 01.08.2024  11:30 Uhr
Blutdruck, Blutbild und Urin kontrollieren

Blutdruck, Blutbild und Urin kontrollieren

Bei schwerer Leberfunktionsstörung wird die Anwendung von Fruquintinib nicht empfohlen. Da Bluthochdruck eine sehr häufige Nebenwirkung von Fruquintinib ist, soll vor Therapiestart der Blutdruck kontrolliert und gegebenenfalls medikamentös kontrolliert werden. Unter der Therapie mit Fruquintinib muss der Blutdruck weiter überwacht werden. Gleiches gilt für das hämatologische und das Gerinnungsprofil des Patienten. Ebenso ist der Patient auf Proteinurie zu überwachen. Vor geplanten Operationen sollte Fruquintinib mindestens zwei Wochen ausgesetzt und frühestens zwei Wochen danach wieder eingenommen werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Fruquintinib mit starken und moderaten CYP3A-Induktoren sollte vermieden werden. Bei gleichzeitiger Anwendung mit CYP3A-Hemmern ist aber keine Dosisanpassung erforderlich, auch nicht bei Kombination mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI).

Schwangere und stillende Frauen dürfen Fruquintinib nicht erhalten. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und bis mindestens zwei Wochen nach der letzten Dosis eine äußerst zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Das Stillen soll während der Behandlung und für zwei Wochen nach der letzten Dosis unterbrochen werden.

Wirksamkeit und Sicherheit von Fruquintinib wurden in der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie FRESCO-2 gezeigt. An dieser nahmen 691 mehrfach vortherapierte Patienten mit mCRC teil, von denen 461 einmal täglich mit 5 mg Fruquintinib und 230 mit Placebo behandelt wurden. Zusätzlich dazu erhielten alle Teilnehmenden die beste unterstützende Versorgung (BSC). 96,4 Prozent der Teilnehmenden hatten bereits eine frühere Anti-VEGF-Therapie erhalten.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Dieses war im Fruquintinib-Arm mit median 7,4 Monaten versus 4,8 Monaten im Placeboarm signifikant länger. Auch beim progressionsfreien Überleben (PFS) zeigte sich mit median 3,7 versus 1,8 Monaten ein signifikanter Vorteil für Fruquintinib.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Fruquintinib sind Hypertonie (49,3 Prozent der Behandelten), Anorexie (35,6 Prozent), Proteinurie (35,5 Prozent), palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom (PPES, 34,6 Prozent), Hypothyreose (32,4 Prozent), Dysphorie (28,6 Prozent), Diarrhö (26,3 Prozent) und Asthenie (24,5 Prozent). Als häufigste schwerwiegende Nebenwirkungen können Gastrointestinalblutungen (1,5 Prozent), Pneumonie (1,5 Prozent), Hypertonie (1,5 Prozent) und gastrointestinale Perforation (1,3 Prozent) auftreten.

Fruzaqla-Hartkapseln sollten zum Schutz vor Feuchtigkeit im fest verschlossenen Originalbehältnis aufbewahrt werden.

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