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Spikevax® XBB.1.5
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Neuer Covid-19-Impfstoff von Moderna nun lieferbar  

Wo bleibt der an XBB.1.5 angepasste Impfstoff des US-amerikanischen Unternehmens Moderna, fragen sich Vertreter der Fachkreise ebenso wie informierte und interessierte Impfwillige. Jetzt hat sich Moderna zu Wort gemeldet und angekündigt, den Impfstoff ausliefern zu können – allerdings mit Einschränkungen. 
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 15.11.2023  12:20 Uhr

Ab dem 1. Oktober 2023 sollte der an die Omikron-Subvariante XBB.1.5 angepasste Covid-19-Impfstoff Spikevax® des Unternehmens Moderna bestellbar sein. Darüber hatte die PZ Ende September berichtet. Schließlich ist der Impfstoff seit dem 15. September 2023 zugelassen und seit dem 1. Oktober 2023 in der Apotheken- oder Arztsoftware über Pharmazentralnummern (PZN) hinterlegt. Aber  bislang wartete der Markt vergeblich auf die Verfügbar des Impfstoffs. Das soll sich jetzt ändern, wie es seitens Moderna nun heißt. 

»Gestern haben wir alle Apotheken über die Bestellmodalitäten von Spikevax XBB.1.5 informiert«, so eine Sprecherin von Moderna Germany gegenüber der PZ. Bei einem Pressegespräch hatte der Hersteller zusammen mit einer Kinderärztin umfassend zu dem neuen Impfstoff informiert.

Dass die Markteinführung der an die neuen Virusvarianten adaptierten Vakzine holprig verlief, ist offensichtlich, nicht nur, weil zwischen der Ankündigung und der tatsächlichen Markteinführung in Deutschland ein deutlicher Zeitraum verstrichen ist. Auch jetzt ist noch nicht das komplette Marktsortiment des Impfstoffs verfügbar. Denn Moderna stellt derzeit nur Zehnergebinde zur Verfügung, die aber von den Apotheken ausgeeinzelt werden können, wie die Moderna-Sprecherin versichert. 

Allerdings konnte gestern noch keiner der von der PZ angefragten Großhandlungen eine Bevorratung bestätigen. Das sei nicht überraschend, so die Sprecherin. Denn man handle mit etlichen Großhandlungen noch die Verträge aus. Derzeit könnten die Apotheken den Impfstoff direkt beim Hersteller per E-Mail bestellen (orders-d@modernatx.com). Der tiefgekühlt gelagerte Impfstoff werde dann aufgetaut bei 2 bis 8 °C an die Apotheke ausgeliefert. Ab Lieferung in die Apotheke ist der Impfstoff bei 2 bis 8 °C 30 Tage haltbar.

Einzeldosen als großer Vorteil, aber keine Kostenübernahme

Die Verfügbarkeit des Spikevax XBB.1.5-Impfstoffs war nicht zuletzt wegen der Konfektionierung des Impfstoffs in Form von Einzeldosen dringend erwartet worden. Diesem großen Vorteil gegenüber dem Konkurrenzprodukt des Mainzer Unternehmens Biontech steht allerdings als Nachteil entgegen, dass die Kosten für den Moderna-Impfstoff nicht vom Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) übernommen werden.

Personen, die sich mit dem Spikevax XBB.1.5-Impfstoff impfen lassen wollen, können laut Moderna-Sprecherin aber bei ihrer Krankenkasse nachfragen, ob die Kosten übernommen werden. Dies sei zwar wegen des Wirtschaftlichkeitsgebots der Krankenkassen nicht sehr wahrscheinlich. Bei Privatkassen könnte das aber anders sein. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hatte zuletzt Vorbehalte gegen eine Bestellung geäußert, aus Sorge vor einer Retaxierung durch die Kassen. Der GKV-Spitzenverband hatte aber gegenüber der PZ betont, dass Apotheken nicht retaxiert würden, wenn sie den vom Arzt verordneten Impfstoff abgäben. Gleichzeitig hatte der Kassenverband aber für die Ärzte auf das Wirtschaftlichkeitsgebot verwiesen.

Argumente pro Moderna-Impfstoff

Grundsätzlich gibt es durchaus Argumente, sich bei einer Auffrischimpfung mit einem an die Omikron-Subvariante XBB.1.5 angepassten Covid-19-Impfstoff für das Moderna-Präparat zu entscheiden. Denn obwohl die Vakzine von Biontech und Moderna sehr ähnlich sind, sind sie keineswegs identisch.

Bereits in der Vergangenheit zeigte sich die Tendenz für eine etwas besseres Abschneiden der Moderna-Impfstoffe. Dieser Trend bestätigt sich auch in aktuellen Studien, beispielsweise bei immunkompromitierten Personen.

Unterschiede können resultieren aus der Wahl der verwendeten Lipide für die Lipid-Nanopartikel oder aus der Sequenz der mRNA, die zwar in beiden Impfstoffen für das gleiche S-Protein codiert, deren Unterschiede jedoch die Expressionseffizienz beeinflussen können. Der wahrscheinlich relevanteste Unterschied zwischen den konkurrieren Impfstoffen findet sich jedoch in der Dosis, die mit 50 µg im Falle des Moderna-Impfstoffs deutlich größer ist als die 30 µg des Comirnaty Impfstoffs.

Ob die Unterschiede, beispielsweise für die Quantifizierung neutralisierender Antikörper, die auch bei gesunden Personen durchaus statistisch signifikant sind, auch klinisch relevant sind, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen.

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