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Milzbrand

Neuer Antikörper neutralisiert Bakterientoxine

Aus ethischen Gründen sind keine Studien mit dem Milzbrand-Erreger am Menschen möglich. Die Zulassung stützt sich auf drei Studien mit infizierten Tieren. In der Verumgruppe überlebten zwischen 30 und 60 Prozent der bereits symptomatischen Tiere verglichen mit 0 bis 6 Prozent unter Placebo. Bekamen die Tiere den Antikörper, bevor sie Symptome zeigten, überlebten zwischen 50 und 100 Prozent – je nachdem wie rasch sie die Infusion nach der Infektion bekamen. Unter Placebo starben alle Tiere.

Die Zulassung wurde unter »außergewöhnlichen Umständen« erteilt. Das Unternehmen wird daher weitere Labordaten zur Pharmakokinetik sowie – bei einem möglichen Ausbruch von Anthrax – Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit vorlegen

Milzbrand kommt weltweit vor, ist aber äußerst selten. In Europa gibt es sporadische Einzelfälle. Menschen infizieren sich meist durch Kontakt mit infizierten Weidetieren/Kadavern oder durch Injektion verunreinigter Drogen (Heroin). Infektionen sind laut EMA aber auch denkbar infolge von Unfällen in Laboren, die mit dem Erreger arbeiten, oder von terroristischen Angriffen, bei denen das Bakterium als Waffe eingesetzt wird. Laut Robert-Koch-Institut ist in Deutschland seit 2013 der ameri­ka­ni­sche Impfstoff BioThrax® zugelassen, dessen Wirkung auf der Antikörperinduktion gegen das Protektive Antigen beruht.  Indiziert ist BioThrax® für die aktive Immunisierung von Erwachsenen, die ein hohes Risiko der Exposition gegenüber Milzbranderregern haben.

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