| Daniela Hüttemann |
| 23.12.2025 18:00 Uhr |
Für die Ukraine-Hilfe gehen die Rücklagen nach der zu Kriegsbeginn großen Spendenbereitschaft bald zur Neige. »Obwohl die Lage für die Menschen in der Ukraine weiterhin dramatisch ist, müssen einige unserer Partner ihre Arbeit zurückfahren.« Fischbach betont jedoch, dass es immer noch Privatspenden, Stiftungsgelder und Apotheken gebe, die speziell für die Ukraine sammeln und spenden. »Wie überall gilt: Wir würden gern noch mehr tun.« Immerhin gelang 2025 die erste Projektreise nach Lwiw. »Das war sehr hilfreich und gewinnbringend. Wir haben ganz andere Einblicke bekommen, um noch zielgerichteter unterstützen zu können.«
2025 war erstmals ein Projektbesuch im ukrainischen Lwiw möglich. Im Bild: Max Haselbach, zuständiger Projektkoordinator für die Ukraine. / © Apotheker ohne Grenzen
Was ist noch neu? In Tansania kam eine weitere Gesundheitsstation in einer neuen Region hinzu. In Nepal unterstützt AoG zukünftig auch ein Arzneimittelinformationszentrum. Nothilfe in Form einer Gesundheitsstation für Geflüchtete wurde nach heftigen Überschwemmungen in Burundi geleistet und soll auch 2026 fortgeführt werden. Nach der Projektreise im November mit Besuch einer PTA-Schule und des Geflüchteten-Camps laufen die Vorbereitungen für eine kontinuierliche Hilfe auf Hochtouren.
Ungewöhnlich seien in diesem Jahr viele letztlich nicht zustande gekommene Noteinsätze. Unter anderem prüfte das Nothilfe-Team einen Einsatz nach dem Erdbeben in Myanmar im März, doch hier war die Sicherheitslage zu instabil, um ehrenamtliche Einsatzkräfte zu entsenden. Im November gab es nach dem Hurrikan Melissa eine dringende Unterstützungsanfrage der US-amerikanischen Partnerorganisation IMC für Jamaika. Kurzfristig konnte die erste Einsatzreise dann jedoch abgesagt werden, da die betroffenen Krankenhäuser die Menschen vor Ort schneller als erwartet wieder aus eigener Kraft versorgen konnten.
Im Katastrophenfall startet AoG frühzeitig ein Monitoring zur Lage vor Ort und erstellt vor jeder Entscheidung über einen Einsatz zudem eine sorgfältige Einsatz- und Sicherheitseinschätzung. Auch diese vorbereitenden Maßnahmen binden bereits Ressourcen, doch sei es natürlich schön, wenn man wie im Fall Jamaika doch nicht gebraucht wird, »die Strukturen vor Ort also resilient genug sind, sodass man ohne unsere Unterstützung klarkommt«.