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Relugolix

Neue Hormon-Kombination bei gutartigen Gebärmutter-Tumoren

Uterusmyome oder auch -fibroide sind gutartige Tumoren der Gebärmutter. Sie können zu Schmerzen und Blutungen bis hin zu Unfruchtbarkeit führen. Die EMA hat nun eine neue Hormon-Kombination zur Zulassung empfohlen.
Daniela Hüttemann
26.05.2021  13:30 Uhr

Uterusmyome können unter dem Einfluss von Estrogenen aus der Muskulatur der Gebärmutter heraus entstehen. Die gutartigen Tumoren können schnell wachsen und mitunter sehr groß werden. Ob und welche Beschwerden sie auslösen, hängt von ihrer Größe, Lage und Anzahl ab. Häufigstes Symptom sind verstärkte vaginale Blutungen, viele Betroffene klagen auch über Druckgefühl und Schmerzen im Unterbauch, Verstopfung oder Blasenentleerungsstörungen. Dann ist das Myom behandlungsbedürftig.

Medikamentös infrage kommen dafür Ulipristalacetat als selektiver Progesteron-Rezeptor-Modulator, Ovaluationshemmer und GnRH-Analoga, also Arzneistoffe, die das Gonadotropin-Releasing-Hormon nachahmen. Mit Relugolix kommt nun der erste GnRH-Rezeptorantagonist hinzu. Das deutsche Pharmaunternehmen Gedeon Richter will ein neues Kombinationspräparat auf den Markt bringen und hat dafür nun die Zustimmung der Europäischen Arzneimittelagentur erhalten. Ryeqo® Filmtabletten enthalten das Anti-Gonadotropin-Releasing-Hormon Relugolix (40 mg), das Estrogen Estradiol (1 mg) sowie das Gestagen Norethisteronacetat (0,5 mg). 

Während Relugolix dafür sorgt, dass weniger luteinisierendes Hormon (LH) und follikelstimulierendes Hormon (FSH) freigesetzt werden, soll das Estradiol die verbundenen vasomotorischen Symptome und einem Verlust der Knochendichte entgegen wirken. Norethisteronacetat wiederum soll das Risiko für eine Hyperplasie des Endometriums durch die GnRH-Rezeptorstimulation senken. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören allerdings trotzdem Hitzewallungen und Blutungen.

Indiziert ist Ryeqo zur Behandlung moderater bis schwerer Symptome bei erwachsenen Frauen mit Uterusmyomen im gebärfähigen Alter. In Japan ist Relugolix bereits seit Januar 2019 in dieser Indikation zugelassen. In den USA dagegen ist Relugolix unter dem Namen Orgovyx® im Dezember 2020 als Monopräparat als erster oraler GnRH-Rezeptorantagonist zur Behandlung von Männern mit fortgeschrittenem Prostatakrebs zugelassen, allerdings in deutlich höherer Dosierung. Zudem wird der mögliche Einsatz von Relugolix auch bei Endometriose klinisch geprüft.

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